Landhockey

Die Schweiz kämpft an der EM um die Rückkehr in die B-Division

Der Wettinger Andreas Benz will an seinem letzten Turnier der Nationalmannschaft zum Aufstieg verhelfen.Alexander Wagner

Der Wettinger Andreas Benz will an seinem letzten Turnier der Nationalmannschaft zum Aufstieg verhelfen.Alexander Wagner

Mit vier Wettingern im Kader wollen die Schweizer in Lausanne mit aller Macht in die zweithöchste Spielklasse zurück. Gelingt das Vorhaben nicht, steht für den Ex-Wettinger Manuel Keller «das Schweizer Landhockey am Scheideweg.»

Die Schweizer Landhockeyaner spielen international nur noch in der dritthöchsten Kategorie. An der laufenden Europameisterschaft in Lausanne geht es nicht nur um den Aufstieg, sondern um die Zukunft der Krummstockathleten. Was die Gegenwart anbelangt, sind die Schweizer im Soll. Im Startmatch setzte sich das mit Wettingern gespickte Team mit 7:0 durch. Doch um die Relationen zu wahren, dieser deutliche Erfolg wurde in der dritthöchsten europäischen Klasse errungen. Zum Vergleich: Im Eishockey stehen oder eher rutschen da exotische Teams wie Mexiko herum.

«Aargau ist wichtig für uns»

Mit Jan Hödle, Andreas Benz, Raphael Steffen und Silvan Steimer kommen nicht weniger als vier aktuelle Wettinger Feldspieler zum Einsatz. Doch damit noch lange nicht genug: Im Tor steht Michael Käufeler und mit den Bundesligaspielern Manuel Keller und Nicolas Steffen (beide Düsseldorf) sowie Captain Patrick Müller (Hamburg) stehen drei weitere Akteure im Kader, die ihr Handwerk auf der Bernau gelernt haben. Zudem ist der langjährige Trainer Kurt Müller als Teammanager engagiert. «Der Aargau ist für uns extrem wichtig», sagt Nationaltrainer Christian Stengler. Drei Jahre lang betreute er Luzern, den zweiten führenden Club in der Schweiz neben Rotweiss. Der Sprung mit der Nationalmannschaft eine Etage höher ist schon fast Pflicht. «Wir gehören nicht dahin», stellt Manuel Keller fest, der nächste Saison zu seinem Stammverein zurückkehrt. «Wir sind motiviert wie nie – wir wollen in die B-Division», erklärt der unermüdliche Puncher. Denn er ist sich bewusst, worum es geht: «Andernfalls ist das Schweizer Landhockey am Scheideweg.» Das unterstreicht der neue Schweizer Captain Müller, der seit Kindsbeinen zusammen mit Keller gespielt hat: «Es hängt viel für uns auf dem Spiel. Wir müssen aufsteigen.» Ganz besonders ist die Situation für Benz, der letzte Saison noch als Spielertrainer bei Rotweiss agiert. Jetzt ist er wieder «nur» Spieler. «Bei Teambesprechungen bin ich manchmal schon kribbelig», verrät er augenzwinkernd.

Entscheidung am Sonntag

Auch er weiss, dass die Mannschaft unbedingt das Aufstiegsspiel erreichen muss. Dafür muss sie in der Gruppe mindestens den zweiten Schlussrang erreichen und dann das Entscheidungsspiel gewinnen. In der zweiten Partie gegen Schweden setzten sich die Schweizer mit 4:1 durch und sind auf dem Weg in den Halbfinal.« Am Samstag ist Zahltag», betont er. Am Sonntag ist seine Hockeykarriere beendet. «Ich will, dass sich diese Jungs wieder in der B-Division etablieren.» Für Benz wird es dann Ende einer langen, erfolgreichen Laufbahn sein, für das Schweizer Landhockey soll es ein Neustart werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1