Kinder- und Jugendbericht 2014
Die Schule als grosses Einstiegstor

Der Aargau ist ein Vorbild in Sachen Schulsport. Wie Jugendliche von 10 bis 19 Jahren den Sport erleben.

Rainer Sommerhalder
Merken
Drucken
Teilen
Fussball als freiwilliger Schulsport – hier in Wohlen – ist auch bei den Mädchen populär.

Fussball als freiwilliger Schulsport – hier in Wohlen – ist auch bei den Mädchen populär.

Ruedi Burkart

Fast die Hälfte aller Zehn- bis Vierzehnjährigen in der Schweiz findet durch den freiwilligen Schulsport Zugang zu einem Sportverein. Und dem Kanton Aargau kommt dabei eine grosse Vorbildfunktion zu: 2013 wurden gesamtschweizerisch rund 4000 Kurse im Freiwilligen Schulsport durchgeführt, davon alleine 1500 im Aargau.

Über die Hälfte aller Aargauer Gemeinden bietet neben den drei obligatorischen Unterrichtsstunden Sport pro Woche mindestens eine zusätzliche freiwillige Schulsportstunde an. Davon profitieren pro Jahr rund 20 000 Jugendliche (landesweit 52 000). Damit ist die Quote im Aargau deutlich höher als die 26 Prozent dieser Altersgruppe, welche im Schweizer Durchschnitt ein Angebot des freiwilligen Schulsports nutzen.

Gute Noten für Schulangebot

Zufrieden sind die Jugendlichen auch mit der Qualität. Sowohl der obligatorische Sportunterricht wie auch der freiwillige Schulsport erhielten bei der Befragung der insgesamt 3420 Teenager sehr gute Noten. Die Sport- und Bewegungsaktivitäten im schulischen Umfeld sorgen dafür, dass sich die Jugendlichen genug bewegen. Zusätzlich animiert dieses Sportangebot zum ausserschulischen Sporttreiben. Und es spricht auch Kinder an, welche zuvor wenig Sport trieben.

Bemerkenswert ist auch die hohe Anzahl Jugendlicher mit Migrationshintergrund, welche so zum Sport finden. Und noch bemerkenswerter, dass die Zahl der Mädchen dabei gleich hoch ist wie jene der Knaben. Die Zahl der in einem Verein sporttreibenden Mädchen mit Migrationshintergrund hat sich seit der letzten Umfrage vor sechs Jahren verdoppelt. Dies ist vor allem dem freiwilligen Schulsport zu verdanken.

Weiteres Potenzial vorhanden

Aufgrund der Erkenntnisse des Kinder- und Jugendberichts soll die Position des freiwilligen Schulsports in der Schweiz gestärkt werden. Der Aargau hat gegenüber der restlichen Schweiz eine Vorreiterrolle. Dies heisst allerdings nicht, dass man sich mit dem Erreichten zufriedengeben will. Simone Walker von der Sektion Sport: «Es ist noch Potenzial vorhanden, immerhin bietet die Hälfte der Gemeinden keinen freiwilligen Schulsport an. Wir möchten hier Unterstützung bieten.»

Simone Walker denkt etwa daran, dass sich kleinere Gemeinden zusammenschliessen und gemeinsam ein Angebot schaffen und dass die Vereine, die ja vom freiwilligen Schulsport profitieren, noch mehr mit einbezogen werden sollen. Das erst vor wenigen Jahren geschaffene Schulsportangebot im Kindersport für 5- bis 10-Jährige sorgt dafür, dass die Anzahl Kurse im Aargau auch in Zukunft eher noch steigen wird. Und damit der Zugang von Kindern zu Bewegung und Sport.