46. Hallwilerseelauf

Die Schnellsten waren ein Amerikaner und eine Aarauerin

T-Roy Brown und Selina Ummel heissen die Sieger des Covid-19-angepassten Hallwilerseelaufs über die Halbmarathon-Distanz von 21,1 km.

Eine Aargauer Siegerin am bedeutendsten Laufevent des Kantons – es muss weit zurückgeschaut werden, um fündig zu werden. 1992 war dies. Andrea Fischer hiess damals die stolze Gewinnerin. Bis zur diesjährigen 46. Austragung des Klassikers über die Halbmarathondistanz. Selina Ummel aus Suhr beendete die Durststrecke - sie, die 23-jährige Athletin vom BTV Aarau.

Alles andere denn eine Langstreckenspezialistin ist sie. «Ich mag die Leichtathletik-Bahn und dort vor allem die 1500 m», sagt die U23-EM-Teilnehmerin 2017. Das Rennen aber passte ins Nachsaison-Programm. Nach über einem Jahr wagte sie sich nach dem Greifenseelauf vom letzten Herbst wieder an die lange Distanz. Mit 1:20:34 Stunden war sie nun über 6 Minuten schneller. «Ich bin fitter als damals», sah sie ihr Gefühl bestätigt.

Markante Steigerung trotz Hemmschwellen


Und das Resultat verdient zusätzliche Anerkennung. Zwei erschwerende Faktoren kamen hinzu. Der oft aufgeweichte, rutschige Boden und die fehlenden Mitstreiter. «Es wäre schön gewesen, hätte ich Konkurrentinnen oder Konkurrenten vorgefunden, die mich pushten.» Über weite Strecken lief sie für sich. Doch die Phamaassistenin mit Teilzeitpensum sah die gute Verfassung bestätigt, auch mental: «Der Kopf spielte mit.» Ummel gewann mit einem sicheren Vorsprung von 2:56 Minuten auf Myriam Kaiser aus Rothkreuz und 3:14 auf die Waadtländerin Morgane Crausaz. Ummels ältere Schwester Seraina belegte Rang 5.

Brown der rennende Coach

Noch klarer setzte sich bei den Männern T-Roy Brown durch. Der seit zweieinhalb Jahren in Bern lebende Amerikaner verfügte im Ziel über eine Zeitreserve von 4.06 Minuten auf den zweitplatzierten Aarauer Sven Thalmann und von 4:16 auf den dritten Flavio Sterchi aus Zürich. «Schönes Wetter und eine wunderbare Landschaft», fasste der 28-Jährige seine Eindrücke zusammen. Sofort hatte er die Führung übernommen und ist sodann ein einsames Rennen gegen sich und die Zeit gelaufen. Nach 1:09:35 Stunden war er im Ziel. Und spannend und passend: Bei Running Coach ist er in derselben Funktion tätig. T-Roy Brown bewies also, dass er in der Praxis versteht, wovon er spricht.

Strähl überlegen

Für die wertvollste Siegerleistung aber sorgte Martina Strähl im 10-km-Rennen von Beinwil zum Delphin in Meisterschwanden. Die ehemalige Berglauf-Weltmeisterin und Marathon-Spezialistin siegte in 34:36 Minuten. Neun Männer waren vor ihr im Ziel, als Erster lief Fabian Dutli ein. Insgesamt überquerten bei dieser speziellen Ausgabe knapp 3000 die Ziellinie: über die Halbmarathon- oder die 10-km-Distanz.

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