Patrick Romann hat sich das ganz sicher anders vorgestellt, zumindest erhofft. 16:31 unterliegt ein dezimierter HSC Suhr Aarau den Kadetten Schaffhausen auswärts in Spiel 3 der Playoff-Viertelfinals. 0:3 endet die Serie und damit auch die Saison für den HSC.

Zu Ende ist damit auch die Karriere des Captains. Gerne hätte Romann dieses Ende so lange wie möglich herausgezögert. Gerne hätte sich der 24-Jährige mit einem Heimspiel im Aarauer Schachen von seinem HSC und dem Handballsport verabschiedet.

Aber all das bleibt Romann an diesem Mittwochabend in Schaffhausen verwehrt. Die Geschichte der Partie ist schnell erzählt: Nach etwas mehr als achteinhalb Minuten bezieht HSC-Trainer Misha Kaufmann sein erstes Timeout. 1:6 liegt seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt bereits zurück. 7:19 steht es zur Pause. Spätestens da ist die Partie gelaufen, das Saisonende und ebenso das Karrierenende Romanns nur noch 30 Spielminuten entfernt.

Zum Abschluss ohne jede Chance

Es ist eine bittere Pille, die Romann und Co. vor 810 Zuschauerinnen und Zuschauern zum Saisonende schlucken müssen. Ohne ihre beiden besten Skorer Tim Aufdenblatten (Teilanriss einer Sehne im Knie) und Milan Skvaril (Verdacht auf Bänderriss im Sprunggelenk) bleiben sie gegen die abgezockten Schaffhauser ohne jede Chance.

Das deutliche Endresultat ist unter diesen Umständen nichts als logisch und vermag deshalb den Gesamteindruck einer starken Saison nicht entscheidend zu schmälern. Dass der HSC im Viertelfinal gegen den haushohen Favoriten aus Schaffhausen scheitern würde, war schon im Vorfeld anzunehmen gewesen. Die Art und Weise hingegen, einmal abgesehen vom letzten Spiel unter den genannten Umständen, nicht.

Der HSC hat seine Haut über weite Strecken teuer verkauft

Der Underdog verkaufte seine Haut in den ersten beiden Partien teuer, verlor in erster Linie aufgrund von unnötigen Eigenfehlern. Diese aber, das betonten sowohl Trainer Kaufmann als auch Sportchef Mike Conde unisono, waren grösstenteils der mangelnden Erfahrung sowie den verletzt fehlenden oder angeschlagenen Stammkräften geschuldet.

Einen Vorwurf muss man sich beim HSC deshalb nicht machen. Trotzdem: «Natürlich haben wir uns mehr erhofft. Aber das war heute für die Jungen eine Chance, in so einer Partie einmal die Luft auf der Platte zu schnuppern. Sie haben hier sicher etwas für den weiteren Verlauf ihrer Karriere mitgenommen», sagt Romann unmittelbar nach dem Schlusspfiff.

Einzuordnen, dass mit dieser Niederlage auch seine Karriere zu Ende ist, fällt ihm noch schwer: «Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Irgendwie spüre ich es noch nicht so richtig.»

Die Ernennung zum Ehrencaptain

Zu diesem Zeitpunkt weiss Romann noch nicht, was ihn in der HSC-Garderobe erwartet. Denn dort wird er durch die Vereinsführung zum Ehrencaptain des HSC Suhr Aarau ernannt.

Geschäftsführer Lukas Wernli, Trainer Misha Kaufmann, Captain Patrick Romann, Präsident René Zehnder und Sportchef Mike Conde (v.l.) posieren in der BBC Arena in Schaffhausen.

Die Verabschiedung des Captains beim HSC Suhr Aarau

Geschäftsführer Lukas Wernli, Trainer Misha Kaufmann, Captain Patrick Romann, Präsident René Zehnder und Sportchef Mike Conde (v.l.) posieren in der BBC Arena in Schaffhausen.

Zudem hat das Gremium beschlossen, ihn zusätzlich damit zu ehren, dass seine Trikotnummer 14 beim HSC künftig nicht mehr vergeben wird. Das hat es beim Klub, für den er seine gesamte Karriere gespielt hat noch nie gegeben.

Sorgen um Ex-HSC-Junior Dimitrij Küttel

Aus Aargauer Sicht gab es neben dem Ausscheiden des HSC am gestrigen Abend einen weiteren Wehrmutstropfen: Denn mit Dimitrij Küttel verletzte sich ausgerechnet der Aargauer in Schaffhauser Diensten schwer.

Die Partie hat kaum begonnen, als der 24-Jährige nach seinem Treffer zum 2:0 und einem lauten Knall schreiend am Boden liegen bleibt. Er wird umgehend mit Verdacht auf einen Schienbeinbruch ins Spital gefahren.

Allerdings stellt sich die Verletzung dort gemäss Informationen der «AZ» als weniger gravierend heraus: Es soll sich offenbar «nur» um eine schwere Schienbeinprellung handeln. Ob Küttel in dieser Saison noch einmal für die Ostschweizer wird auflaufen können, ist offen.

Schauen Sie die Partie hier nach: