FC Aarau Frauen

«Die Saison ist noch lange nicht vorbei»: FCA-Frauen-Trainer Andreas Zürcher zeigt sich kämpferisch

Andreas Zürcher FC Aarau Frauen vs. GC

Gut mitgespielt und trotzdem noch ohne Punkte: Die FC Aarau Frauen mit Trainer Andreas Zürcher müssen sich steigern.

Andreas Zürcher FC Aarau Frauen vs. GC

Sieben Spiele, sieben Niederlagen: Den FC Aarau Frauen ist der Start in die NLA-Saison nicht gelungen. Trainer Andreas Zürcher zieht ein erstes Zwischenfazit und sagt: «Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen.»

Nach sieben Runden haben die FC Aarau Frauen gegen jeden Gegner einmal gespielt. Wie ist das Leben in der NLA?

Andreas Zürcher: Nach den ersten Spielen kann ich sagen: Das Leben in der NLA ist viel besser als in der NLB. Natürlich sind wir nicht so in die Saison gestartet, wie wir uns das vorgestellt haben. Niemand verliert gerne siebenmal in Folge. Trotzdem müssen wir mit dieser Situation nun umgehen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu versuchen, uns aus dieser Lage zu befreien.

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Ist das Niveau in der NLA so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Ja, wir haben nichts anderes erwartet. Was wir uns nicht so vorgestellt hatten, sind natürlich die Resultate. Mein Fazit nach sieben Runden kann man so zusammenfassen: Wir haben meistens sehr gut mitgespielt, aber am Ende schaute nichts für uns heraus. Aber da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen. Es geht nicht, dass wir phasenweise so gut mitspielen können und dann schaut trotzdem nichts Zählbares heraus. Im Spiel gegen Luzern war das Match ausgeglichen bis zum ersten Gegentor und dann brachen wir sofort ein. Dazu kam Pech wie gegen Lugano, als wir zuerst ein klares Tor wegen angeblichen Offsides aberkannt kriegten und später nur einen Freistoss anstatt eines Penalty zugesprochen bekommen haben. In den letzten Sekunden bekamen wir dann noch das 0:1. Da waren wir schlicht nicht clever genug.

Fehlt es dem Team an der nötigen Abgeklärtheit in solchen Situationen?

Ja, vielleicht. Ein gutes Beispiel dafür ist das letzte Spiel gegen Yverdon. Wir waren zu Beginn der zweiten Halbzeit, als es 0:0 stand, das bessere Team. Trotzdem mussten wir das erste Gegentor hinnehmen und sogleich sind wir eingebrochen. Da fehlt uns noch die mentale Stärke, um mit solchen Situationen umgehen zu können. So bald wir ein Tor bekommen, haben wir Probleme. Was wir im Moment vermissen, ist eine Aggressivleaderin auf dem Platz, die dem Team den Weg aufzeigen kann.

Wie trainiert man sich diese mentale Stärke an?

Wir würden solche Situationen gerne üben in den Trainings, aber uns fehlt schlicht der Platz. Am Montag und Mittwoch haben wir nur ein Drittel Fussballplatz zur Verfügung und am Freitag sogar nur ein Sechstel. Ab dieser Woche haben wir einen halben Platz am Dienstag. Das macht es natürlich nicht einfacher, um solche Situationen zu trainieren. Aber das ist ein politischer Entscheid. Wir versuchen einfach, das Beste daraus zu machen.

Trotz dieser sieben Niederlagen: Gibt es auch Positives?

Ja, ich sehe viel Positives. Wir kommen regelmässig zu Torchancen, was uns im Moment fehlt, ist ein bisschen das Glück und das Selbstvertrauen.

Die ersten zwei Spiele gegen Zürich und Luzern haben dem Team – trotz Niederlagen – Selbstvertrauen gegeben. Man sah, dass man mitspielen kann in der NLA. Ist dieses Selbstvertrauen jetzt ein bisschen verloren gegangen?

Ja, im Moment darf nicht viel passieren, dass es Probleme gibt mit dem Selbstvertrauen. Nach dem ersten Gegentor im Spiel gegen Yverdon konnte das Team keine Reaktion zeigen und musste gleich noch drei Gegentore mehr hinnehmen, obwohl wir eigentlich das bessere Team waren zuvor.

Stephanie Erne im Videointerview nach dem Spiel 0:4 der FC Aarau Frauen gegen Yverdon.

Stephanie Erne im Videointerview nach dem Spiel 0:4 der FC Aarau Frauen gegen Yverdon.

Wie ist die Stimmung im Team?

Die Spielerinnen sind bedrückt. Klar, wer ist das nicht nach sieben Niederlagen in Folge. Trotzdem versuchen die Spielerinnen, sich gegenseitig Mut zu machen und positive Kritik zu üben. Die Vorfreude auf das nächste Spiel ist immer noch vorhanden, aber nach sieben Niederlagen gibt es Tendenzen, sich selber zu fest zu hinterfragen. Es ist gut, über die eigenen Leistungen nachzudenken, aber wir müssen nach vorne schauen.

Was muss passieren, damit es mit dem ersten Punkt endlich klappt?

Ich will jetzt nicht irgendwelche Floskeln bringen, wie sie in solchen Situationen oft gesagt werden. Natürlich müssen wir die individuellen Fehler abstellen. Aber was für mich wichtig ist: Wir müssen weiter mit viel Freunde auftreten, frech sein, um den grossen Klubs ein Bein stellen zu wollen. Wir waren uns von der letzten Saison gewohnt, zu gewinnen. Jetzt spielen wir in der NLA und sind klarer Aussenseiter. Diese Umstellung ist nicht einfach. Für uns gilt es in dieser Saison, kleine Brötchen zu backen. Das Ziel vor der Saison war klar: Wir wollen den Ligaerhalt schaffen. Die Saison ist noch lange nicht vorbei. Wenn am Schluss für uns der siebte Platz herausschaut, ist alles okay.

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