Kaum Emotionen und die Hälfte der Schüsse landet neben dem Tor: Die gedämpfte Stimmung und die miese Qualität der Torabschlüsse im Abschlusstraining lassen nichts Gutes vermuten für das Topspiel gegen Servette. «Die Ruhe vor dem Sturm», nennt es FCA-Trainer Patrick Rahmen, der sich unter der Woche einen grippalen Infekt einfing und das Mittwochstraining verpasste. Bleibt zu hoffen, dass sich Rahmens Spieler die Aggressivität und das Zielwasser für den Ernstfall aufbewahrt haben.

Denn Leidenschaft und Kaltblütigkeit vor dem Tor sind Tugenden, die der FCA zuletzt in Vaduz (0:2) vermissen liess und die am Freitagabend gegen den Tabellenführer noch mehr gefragt sein werden. Ein Sieg würde den Traum vom Direktaufstieg am Leben erhalten und gleichzeitig den Ausrutscher in Liechtenstein wettmachen.

Neumayr kehrt zurück

Der Besuch im Abschlusstraining am Donnerstagnachmittag deutet darauf hin, dass Rahmen gegen Servette nach dem 4-4-2 in Vaduz wieder auf das bewährte 4-2-3-1-System zurückgreift. Mit der Folge, dass Spielmacher Markus Neumayr nach seiner viel diskutierten Ruhepause in die Startelf zurückkehrt. Für ihn muss Goran Karanovic weichen.

Die zweite personelle Veränderung findet in der Abwehr statt: Giuseppe Leo ist nach der vierten gelben Karte gesperrt und wird wie schon vor zwei Wochen gegen Chiasso von Marco Thaler ersetzt. Damals war Thalers Einsatz noch eine Eintagsfliege, und er musste in Vaduz wieder Leo weichen.

Doch mit einer guten Leistung gegen die beste Offensive der Liga (Servette schiesst im Schnitt mehr als zwei Tore pro Spiel) würde Eigengewächs Thaler wertvolle Argumente für einen dauerhaften Platz in der Innenverteidigung sammeln.

Petrus kein FCA-Freund

Tabellenführer Servette scheint sich rechtzeitig vor dem Duell gegen den FC Aarau, den der Trainer und die Spieler der Genfer trotz zwölf Punkten Vorsprung als härtesten Konkurrenten um den direkten Aufstieg bezeichnen, vom kleinen Formtief erholt zu haben. Nach dem 1:2 in Chiasso und dem 0:0 gegen Wil gewann Servette vor einer Woche 3:0 in Kriens.

Wie tritt die Mannschaft von Trainerfuchs Alain Geiger im Brügglifeld an? Wollen sie in erster Linie eine Niederlage verhindern, um Aarau nicht näher kommen zu lassen? Oder spielen sie auf Sieg mit dem Hintergedanken, den Aufstieg so schnell wie möglich klarzumachen? Letzteres käme dem FCA entgegen. Jedes Mal, wenn der Gegner interessiert war, etwas fürs Spiel zu tun, hatte es Rahmens Mannschaft einfacher.

Zum Schluss der Blick aufs Wetter: Wie es scheint, bleibt Petrus weiterhin kein Freund von Aarau-Heimspielen am Freitagabend: Im Dezember gegen Vaduz schüttete es wie aus Kübeln, das gleiche Bild beim Rückrundenauftakt gegen Wil.

Das miese Wetter kostete dem FC Aarau jeweils einige hundert, wenn nicht tausend Zuschauer. Und nun meldet sich nach tagelangem Prachtwetter ausgerechnet für den Tag des Servette- Krachers der Regen zurück. Ein gutes Omen gibt es dennoch: Alle Freitag-Heimspiele hat der FCA gewonnen. Hält die Serie heute Abend gegen Servette?