Vor gut zwei Wochen ist Philippe Schweizer erstmals nach einem Jahr Studium an der Purdue University wieder in der Schweiz angekommen. Trotzdem hielt es ihn nicht lange in der Heimat. Kaum zu Hause, flog er vor acht Tagen nach Nordirland, wo Anfang dieser Woche die Amateur Championship – das grösste Amateur-Golfturnier Europas – starteten. «Ich reise extra früh an, damit ich mich an die speziellen Bedingungen gewöhnen kann. Es ist sehr windig und die Plätze sind härter als in Amerika», sagte Philippe Schweizer im Vorfeld.

Der guten Vorbereitung zum Trotz, lief es ihm in Nordirland nicht nach Wunsch und er schaffte den Cut nach der zweiten Runde nicht. «Es war einfach nicht meine Woche», bilanziert Schweizer auf seiner Website. Während seines rund dreimonatigen Aufenthalts in der Schweiz plant er noch weitere Turniereinsätze, darunter die Team-EM in Finnland und die Einzel-EM in Schottland.

In jeder Meisterschaftsrunde im Team

Der 19-jährige Mellinger hat sich in seinem ersten Jahr auf der anderen Seite des Atlantiks beachtlich geschlagen. Als «freshman» (Neuling) schaffte er es in jeder Meisterschaftsrunde ins Team. Das ist nicht selbstverständlich, denn nur fünf von insgesamt zwölf Teammitgliedern dürfen auflaufen. Gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen konnte sich Schweizer erstmals seit neun Jahren für die «Nationals», das Finalturnier der besten 30 der rund 1000 Collegeteams in Amerika, qualifizieren.

Ein schöner Erfolg, der über den verpassten Sieg in der eigenen Conference hinweg zu täuschen vermag. «Unsere Saison war in Ordnung. Wir konnten uns von Rang 81 auf Position 42 verbessern und der Teamgeist ist super. Darauf können wir in der nächsten Saison aufbauen», gibt sich Schweizer zuversichtlich.

Highlight im Janaur

Der junge Aargauer, der in Amerika auch einige Einzelturniere bestritt, erlebte sein Highlight im Januar. Am «New Year’s Invitational» in St. Petersburg erreichte er den zweiten Platz unter insgesamt 140 Collegespielern. «Auf diese Leistung bin ich sehr stolz», blickt Schweizer zurück.

Zudem konnte er im Mai «Profiluft» schnuppern. Schweizer nahm an der Qualifikation für die US Open teil, überstand dort die erste Runde und durfte dann im zweiten Umgang gemeinsam mit vielen gestandenen Profis um die Teilnahme am Hauptturnier kämpfen. «Leider lief es dort nicht so gut, aber es geschieht nicht oft, dass ich mich mit so guten Spielern messen kann. Ich habe gesehen, dass ich an einem sehr guten Tag auch auf diesem Niveau spielen kann, mich aber vor allem beim Kurzspiel noch verbessern muss», analysiert er.

Im Mai stand nicht nur das US Open auf dem Programm von Schweizer, sondern auch die Zwischenprüfungen an der Uni. Mit einer Durchschnittsnote von 5,58 hat der er auch diese Aufgabe bravourös gemeistert, muss jedoch zugeben, dass es nicht ganz so einfach war. «Ich hatte erwartet, dass die Schule weniger anspruchsvoll sein würde. Ich musste abends oft zusätzlich zwei, drei Stunden lernen – auch während der Turniere.»

Der Aufwand hat sich gelohnt

Der Aufwand hat sich gelohnt und der Wirtschaftsstudent kann bis Ende August seine wohlverdienten Ferien in der Schweiz geniessen. Auf zwei Dinge freut er sich dabei besonders: «Ich sehe endlich meine Kollegen wieder und das Essen ist hier definitiv besser. Das Kantinenessen an der Uni war ziemlich eintönig», sagt Philippe Schweizer lachend. Trotzdem freut er sich auf die kommenden drei Jahre an der Purdue University. «Es war eine super Entscheidung dorthin zu gehen. Die Trainingsbedingungen, das Team und die Schule sind super.»