Fussball 2. Liga

Die Reise in die Karibik: Der FC Kölliken ist auf Aufstiegskurs

Der FC Kölliken beendete die Vorrunde ohne einzige Niederlage.

Der FC Kölliken beendete die Vorrunde ohne einzige Niederlage.

Der FC Kölliken ist nach einer überragenden Vorrunde auf Kurs Richtung 2. Liga Interregional. Aber steigt er im Erfolgsfall wirklich auf?

«Unser Ziel ist die Karibik», sagt Kölliken-Trainer Marco Wüst. Die Karibik? «Ja, die Karibik», wiederholt Wüst. «Das kam so. Im Juli des vergangenen Jahres stand ich vor die Mannschaft und sagte, dass die neue Saison für mich gleichbedeutend mit einer langen, hin und wieder stürmischen Schiffsreise in die Karibik ist. Ob wir die wunderschöne Inselwelt erreichen, hängt vom Verlauf der Meisterschaft ab. Bleiben wir ganz vorne, sind wir am Ziel.»

Die Mannschaft hat das schöne Bild des Trainers längst verinnerlicht. Das ging so weit, dass sich ein Spieler eines Tages bei Wüst meldete und fragte, ob man im Erfolgsfall Ende Saison tatsächlich in die Karibik reisen werde. «Leider nein», entgegnete der 44-Jährige. «Um eine solche Reise realisieren zu können, fehlen dem FC Kölliken die finanziellen Mittel.» Ein Funken Hoffnung bleibt. «Wer weiss», fügte der Trainer mit einem schelmischen Lächeln hinzu, «vielleicht geht der Traum Karibik irgendwann doch in Erfüllung.»

In der Vorrunde ungeschlagen

Der FC Kölliken in der Karibik? Wohl kaum! Der FC Kölliken in der 2. Liga Interregional? Gut möglich! Die Mannschaft ist nach der Vorrunde Leader der regionalen 2. Liga. In 13 Spielen gab es zehn Siege und drei Unentschieden.

Der Vorsprung auf das zweitklassierte Klingnau beträgt satte sechs Punkte. Und im Derby in Oftringen am Samstag ist Kölliken klarer Favorit. Sollte es Ende Saison zum Titel reichen, so heisst das allerdings nicht, dass man auch aufsteigen wird. «Es liegt in der Natur der Sache, dass wir den sportlichen Erfolg anstreben», sagt Wüst.

«Aber im Hinblick auf eine mögliche Teilnahme in der 2. Liga Interregional ist der sportliche Aspekt nur die halbe Wahrheit. Wir müssen uns auch andere Gedanken machen. Wir müssen uns fragen, ob die Mannschaft konkurrenzfähig ist und ob man innerhalb des Vereins bereit ist, einen Mehraufwand zu betreiben. Ein entscheidendes Wort mitreden werden die Vereinsverantwortlichen, der Spielerrat und die langjährigen Mitglieder.»

Gute Mischung im Team

Glücklicherweise sind solche Überlegungen Zukunftsmusik. Momentan ist die Welt des FC Kölliken in Ordnung. Der Hauptgrund für den Höhenflug ist nach Aussage von Wüst der Teamgeist. «Ich spüre innerhalb der Mannschaft Solidarität, Vertrauen, Spass und Freude», sagt er.

«Der FC Kölliken ist ein bodenständiger und familiärer Verein. Das ist schön, reicht aber nicht aus, um Erfolg zu haben. Glücklicherweise gibt es innerhalb des Kaders mit 27 Spielern viel Qualität. Die Mischung aus Teamstützen, treuen Spielern und Talenten stimmt.»

Ein Blick auf die Liste mit 27 Spielern bestätigt Wüsts Aussage. Goran Antic, Severin Dätwyler, Dario Dussin und Albert Marku sind die offensiven Aushängeschilder. Fabian Böni, Robin Hängartner, Roger und Marco Werthmüller sind die Ur-Kölliker. Talente wie Arton und Ali Tishuki, Astrit Brahimi und Armin Mujanovic sind Versprechen für die Zukunft.

Seit drei Jahren ohne Präsident

Der FC Kölliken ist also auf Kurs. Oder, um es mit den Worten des Chefs zu sagen, das Schiff steuert in Richtung Karibik. Mit an Bord sind Trainer Marco Wüst, sein Assistent Claudio Scicchitano, Sportchef Beat Müller, Teamkoordinator Beat Wüst und Betreuer Philipp Meyer. Er ist die gute Seele innerhalb des Teams und hält die 27 Spieler bei Laune.

Alles klar also? Auf den ersten Blick ja. Wer allerdings das Haar in der Suppe sucht, der findet es. Es ist erstaunlich, dass der Verein seit knapp drei Jahren keinen Präsidenten hat. Aber wer weiss? Vielleicht ist gerade das der Grund, warum der FC Kölliken auf Wolke sieben schwebt.

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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