Ringen

Die Rechnung von Freiamts Trainer Thomas Murer ist nicht aufgegangen

Freiamt geriet sofort in Rücklage: Daniel Faraj (rechts) verlor den Startkampf gegen Pascal Jungo schon nach 54 Sekunden. WR

Freiamt geriet sofort in Rücklage: Daniel Faraj (rechts) verlor den Startkampf gegen Pascal Jungo schon nach 54 Sekunden. WR

Die Ringerstaffel Freiamt zog im Halbfinal-Hinkampf der Nationalliga A gegen Hergiswil alle taktischen Register. Aber das Aufstellungsfeuerwerk enthielt zuviele Blindgänger. Die Luzerner waren auf der Matte eine Klasse besser und siegten 24:16.

Präsident Ralf Bucher hatte mit seiner Aussage «wir machen unser Möglichstes» nicht zu viel versprochen. Die Freiämter Aufstellung enthielt nicht nur den Schweden Dennis Vollenweider als Überraschung. Zusätzlich kamen der Bulgare Kiril Sheytanov und der reaktivierte Reto Gisler ins Team. Damit gewann der Aussenseiter den Kampf vor dem Abwägen. Aber auf der Matte löschte Hergiswil das taktische Feuerwerk des Gegners blitzschnell.

Fehlkalkulation von Trainer Murer

Leichtgewichter Daniel Faraj war gegen Pascal Jungo ebenso chancenlos wie Sandro Vollenweider gegen Akos Korica. Sandro Vollenweiders Greco-Nomination zwei Gewichtsklassen höher war eine Fehlkalkulation von Trainer Thomas Murer. Nach dem 8:0-Gegenfeuerwerk von Hergiswil geriet Freiamt in eine Negativspirale. Michael Bucher verlor in der letzten halben Minuten haarscharf gegen Thomas Wisler. Dem Freiämter Talent fehlte extrem wenig zum Abfangen einer Kopfklammer.

Empörung bei Hergiswil

Zu allem Übel für die Gastgeber unterlief dem Kampfrichter im Schwingerduell zwischen Pascal Gurtner und Martin Suppiger ein regeltechnischer Fehler, der Gurtner einen Vorteil raubte. Dass gar Ligachef Markus Weibel eingriff, der bei Freiamt als Technischer Leiter wirkt, sorgte für Empörung bei Hergiswil. Gurtner verlor in der Folge 0:7, womit die Napf-Ringer ihre Führung auf 15:1 ausbauten. Damit war nicht nur der Hinkampf so gut wie entschieden, sondern auch bereits der gesamte Halbfinal.

Im restlichen Pensum gelang Freiamt mit vier Siegen Resultatkosmetik. Allerdings erwies sich der Skandinavier Dennis Vollenweider mehr als Knallpetarde denn als funkelnder Stern. Der 84-kg-Greco-Spezialist agierte gegen Thomas Suppiger zu offensiv und zottelte schon Ende erster Runde geschlagen von dannen. Auch die Rechnung mit Sheytanov ging nicht auf. Der Bulgare brillierte zwar technisch, aber das körperlich überlegene Schlitzohr Alen Kacinari konterte ihn aus.

Strohhalm für den Rückkampf

Einzig die «Rakete» Reto Gisler zündete mit Verzögerung. Er egalisierte einen 2:6-Rückstand und gewann bei 6:6 dank besserer Wertungen. Trost spendete Olympiaringer Pascal Strebel, der Raphael Kaufmann nieder fightete. «Das Wettkampfglück kann man erzwingen», analysierte Hergiswils Sportchef Thomas Flückiger. Freiamts Trainer Murer musste eingestehen, dass die Rechnung nicht aufgegangen ist. Sein Feuerwerk zündete nicht.

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