Es war das erste Mal seit zehn Jahren, dass im Aargau wieder ein Profitennisturnier stattgefunden hat. Und es wird nicht bei diesem einen Mal bleiben. Turnierdirektor Freddy Blatter verriet bei der Siegerehrung, dass er das ITF Pro-Open Aargau auch im kommenden Jahr durchführen wird.

Der Grund dafür ist einfach: Die Premiere ist gelungen. Nicht nur das sportliche Niveau war überraschend hoch – insgesamt sind elf Spieler aus den Top 400 der Welt angetreten und sorgten für spektakulären Tennissport in der Tennishalle Aarau West in Oberentfelden - auch das Interesse der Zuschauer war beachtlich. Bei den Halbfinalspielen am Freitagabend war die Tribüne gefüllt. Mehr als 200 Zuschauer waren da. «Kurzzeitig hatte ich Angst, dass wir zu wenig Stühle haben. Aber das ist natürlich ein schönes Problem», sagt Freddy Blatter lachend. «Dass so viele Leute gekommen sind, zeigt, dass das Interesse vorhanden ist und es ist auch der Lohn für die viele Arbeit, die wir in das Turnier gesteckt haben.»

Ignatik spielt abgeklärter

Auch beim Finalspiel war die Tribüne gut gefüllt. Und das, obwohl kein Schweizer mehr im Einsatz stand. Yann Marti, der als einziger Eidgenosse über die zweite Runde hinausgekommen war, scheiterte im Halbfinal in zwei Sätzen an Uladzimir Ignatik. Der Weissrusse war es dann auch, der aufgrund seiner Weltranglistenposition – er steht auf Rang 242 – als Favorit ins Finalspiel gegen den ungesetzten Deutschen Jan Choinski (ATP 435) stieg.

Die beiden Protagonisten lieferten sich einen Final mit vielen spektakulären Ballwechseln, in denen jedoch zumeist der solider agierende Ignatik die Oberhand behielt. Obwohl der 25-jährige Weissrusse oftmals drei bis vier Meter hinter der Grundlinie agierte – eine Spielweise, die in der Halle meist nicht zum Erfolg führt – schaffte er als erster Spieler ein Break. Choinski, der mit seinen Schlägen deutlich mehr Tempo entwickeln kann als Ignatik, konnte aus dieser Tatsache jedoch keinen Profit schlagen. Bei seiner ersten Finalteilnahme bei einem Turnier dieser Preisgeldkategorie agierte der 19-Jährige aus Koblenz in den entscheidenden Momenten zu wenig konsequent, beging zu viele leichte Fehler und haderte zudem immer wieder mit den Entscheidungen des Schiedsrichter, worauf er den Fokus verlor.

Ignatik blieb dagegen seiner Linie treu: Er beging wenig Fehler, erlief viele Bälle und nutzte die Chancen, die sich ihm boten. Und so kam es am Ende wenig überraschend, dass der erfahrenere Weissrusse das Spiel nach eineinhalb Stunden mit 6:4, 6:3 für sich entscheiden konnte. «Ich möchte Jan zu einem starken Turnier gratuliere. Leider hat er im Final verloren, aber das ist ok für mich», sagte Ignatik bei der Siegerehrung und sorgte damit für Gelächter beim Publikum.

Ideen fürs nächste Jahr vorhanden

Gut lachen hatten auch Freddy Blatter und sein Team. Der Turnierdirektor zieht ein positives Fazit der ersten Ausgabe des Profiturniers und überlegt schon, wie der Event im nächsten Jahr verbessert werden könnte. An Ideen mangelt es dem 66-Jährigen dabei nicht. «Im nächsten Jahr würde ich gerne jeden Tag Matches am Abend durchführen und die Tribüne während der ganzen Woche aufbauen», sagt er. «Und dann haben wir natürlich auch noch viel Potenzial, was die Werbung und die Kommunikation angeht. Gerade die Aargauer Tennisclubs möchten wir vermehrt einbinden.» Man darf also gespannt sein, was das Team um Freddy Blatter auf die Beine stellt, wenn ein ganzes Jahr zur Vorbereitung bleibt und nicht bloss etwas mehr als drei Monate wie das in diesem Jahr der Fall gewesen war.