Kuhns Fussballwelt

Die Pointe: Wenn Sforza stolpert, dann über Patrick Rahmen, wie schon vor zwei Jahren

AZ-Autor Ruedi Kuhn

AZ-Autor Ruedi Kuhn

Einst duellierten sie sich um das Traineramt beim FC Aarau, nun ist Rahmen Sforzas Assistent beim FC Basel. In seiner Kolumne «Kuhns Fussballwelt» blickt Ruedi Kuhn zurück und sagt die Zukunft des Duos voraus.

Frühling 2018: Im Kampf um den Trainerposten beim FC Aarau gibt es noch zwei Kandidaten. Es kommt zum Duell zwischen Patrick Rahmen und Ciriaco Sforza. Das Rennen scheint offen. Die Spannung ist riesig. Ich frage mich, wer die besseren Karten hat. Rahmen ist bei den Aarauern ein unbeschriebenes Blatt. Im Gegensatz zu Sforza, der nicht zum ersten Mal als FCA-Trainer im Gespräch ist. Wer schafft es?

Eines Morgens teilt mir Sforza telefonisch mit, dass er kein Interesse mehr am Trainerjob in Aarau hat. «Ich nehme mich aus dem Rennen und wäre froh, wenn Du das in der Zeitung schreiben würdest», sagt er. Über die Gründe will er nichts verraten. Eines steht fest: Der Weg ist frei für Rahmen. Alles klar? Nein! Eine Frage bleibt: Warum nahm sich Sforza aus dem Rennen? Ich weiss es nicht genau. Kurze Zeit später ist für mich Gras über die Sache gewachsen. Aber jetzt holt mich die Vergangenheit ein. Jetzt, da Rahmen zweiter Assistenztrainer von Sforza beim FC Basel wird, kommen Erinnerungen auf.

Sforza und Rahmen beim FCB? Eine brisante Geschichte! Warum? Ganz einfach: auf die Gefahr hin, dass ich aus dem Nähkästchen plaudere: Als Rahmen mit dem FC Aarau in der Saison 2018/19 mit vier Punkten aus elf Spielen einen veritablen Fehlstart hinlegte, konnte sich Sforza den einen oder andern Seitenhieb in Richtung FCA-Vereinsführung und FCA-Trainer nicht verkneifen. Und nun arbeiten die zwei beim FC Basel zusammen? Kann das gut gehen?

Ich gehe davon aus, dass der FC Basel Rahmen mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet hat. Weil der Verein nicht wie üblich die Dauer der Anstellung kommuniziert hat. Die Pointe der Geschichte liegt also auf der Hand: Sollte Sforza in Basel scheitern, also entlassen werden, ist die Frage nach dem Nachfolger bereits geregelt. Es ist zweifellos Patrick Rahmen. Mit anderen Worten: Es ist gut möglich, dass Sforza nach 2018 ein zweites Mal über die Hürde Rahmen stolpern wird. Und zwar in etwa so, wie ihm das schon vor etwas mehr als zwei Jahren passiert ist.

Ruedi Kuhn ruedi.kuhn@chmedia.ch Seit 35 Jahren schreibt Ruedi Kuhn über den FC Aarau. In der Kolumne «Kuhns Fussballwelt» erzählt er von unvergesslichen Begegnungen mit Menschen, die ihn geprägt haben.

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