FC Aarau
Die Olympiaträume von FC Aarau-Talent Silvan Widmer

Darf der Jung-Star des FC Aarau auf eine Olympia-Teilnahme mit der U21 im Spätsommer in London hoffen?

Ruedi Kuhn
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Vom Team Aargau in die erste Mannschaft und nach London: Die Reise von Silvan Widmer könnte noch weit gehen

Vom Team Aargau in die erste Mannschaft und nach London: Die Reise von Silvan Widmer könnte noch weit gehen

Alexander Wagner

Der Anruf von Gérard Castella kam für Silvan Widmer völlig überraschend. Der Trainer der Schweizer U19-Auswahl hatte für den Abwehrspieler des FC Aarau eine frohe Botschaft. Widmer hat den Sprung von der U19 in die U21 geschafft. Am vergangenen Donnerstag bekam er ein entsprechendes Aufgebot und wird Anfang nächster Woche für ein Testspiel gegen Österreich ins spanische Villareal reisen. U21-Trainer Pier Luigi Tami hat das FCA-Talent längst im Visier. Widmer spricht von einer speziellen Ausgangslage und sagt: «Damit darf ich auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in London hoffen. Das wäre fantastisch. Noch ist es allerdings nicht mehr als ein Traum.»

London 2012 mit Silvan Widmer? Warum nicht? Olympia ist für den bald 19-Jährigen nicht der einzige Silberstreifen am Horizont. Obwohl sein Vertrag bei Aarau bis 2015 dauert, brodelt es bezüglich eines Transfers heftig in der Gerüchteküche. Widmer zu Udinese Calcio? Widmer zu Borussia Mönchengladbach? Widmer zum FC Basel? Wohin führt der Weg tatsächlich? Der Spieler selbst lässt sich auf keine Spekulationen ein und sagt: «Momentan spiele ich für Aarau. Das wird mindestens bis Ende Saison so bleiben. Bis im Sommer des nächsten Jahres gehe ich noch zur Schule. Dann will ich an der Alten Kantonsschule in Aarau die Prüfungen für die Matura bestehen. Danach sehen wir weiter.»

Grossklubs sind interessiert

Ein Transfer zu Gladbach ist zurzeit wohl die wahrscheinlichste Variante. FCA-Trainer Weiler, Widmer und dessen Berater Fredy Strasser reisten nämlich unlängst zum Bundesliga-Spiel Gladbach - Schalke 04 (3:0). Weiler hat gute Kontakte zu Erfolgstrainer Lucien Favre. Für Widmer war die Stippvisite in Gladbach eine neue Erfahrung. Er gerät ins Schwärmen und sagt: «Die Bundesliga ist mindestens zwei Stufen höher als die Challenge League. Es ist wie in einer andern Welt.» Widmer muss sich in den vergangenen neun Monaten wie in einem Märchen vorgekommen sein.

Kurz vor dieser Saison war nämlich klar, dass er vom FC Aarau an den 1.-Ligisten Baden ausgeliehen wird. Weiler war damit allerdings nicht einverstanden. Er bot Widmer während der Vorbereitungszeit ins Trainingslager in den Schwarzwald auf. Danach war der Höhenflug von Widmer nicht mehr zu stoppen. Erst verdrängte er André Goncalves von der Position des Rechtsverteidigers und wurde zum Stammspieler des FC Aarau. Dann avancierte er zum Aufsteiger der Vorrunde. Nun ist er für Grossklubs zum Objekt der Begierde geworden.

Mit Coolness gegen Lugano

Und auch wenn er am vergangenen Sonntag beim 2:3 in Vaduz nicht seinen besten Tag einzog, ist der junge Mann auf dem Weg nach oben. Im ersten Heimspiel der Rückrunde am Sonntag gegen Lugano möchte er wieder an seine Bestform anknüpfen. Beeindruckend ist die Abgeklärtheit, ja die Coolness von Widmer. Hat der Würenloser keine Schwächen? Er schmunzelt und sagt: «Na ja, ich stehe um sechs Uhr am Morgen auf, besuche die Schule, absolviere die Trainingseinheiten und gehe dann wieder nach Hause. Da habe ich ja gar keine Zeit auf dumme Gedanken zu kommen ...»

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