Go-Kart

Die Nummer 6 mit dem Traum Formel 1

Der neunjährige Dario Palazzolo aus Muhen fährt leidenschaftlich gern Go-Kart. Dabei fährt er der Konkurrenz auch als einer der Jüngsten um die Ohren. Zudem steckt er sich hohe Ziele und will seinen grossen Traum nicht aus den Augen verlieren.

Dario nimmt das Handy von seinem Vater und schaut auf die Uhr: «Papi, es ist zehn Uhr!» Die ersten Go-Karts drehen auf der Kartbahn Wohlen bereits ihre Runden und der kleine Rennfahrer mag es kaum erwarten, auch endlich raus auf die Strecke zu dürfen.

Dario Palazzolo aus Muhen ist neun Jahre alt und flitzt leidenschaftlich gerne über die Rennstrecke. Die Gegner machen ihm keine Angst, auch nicht, wenn diese bis zu drei Jahre älter sind als er. Seine Nummer ist die sechs, denn «mit sechs Jahren habe ich richtig begonnen, Rennen zu fahren», sagt Dario . Interesse an Autos habe er aber schon im Alter von drei Jahren entwickelt. Mit fünf sass Dario schliesslich das erste Mal in einem Kart und war sofort Feuer und Flamme. «Mir gefällt am Kartfahren, dass es um Autos und Motoren geht. Ich liebe es, Rennen zu fahren», sagt er mit strahlenden Augen.

Obwohl er erst 9 Jahre alt ist, kann er die Strecken, die er fährt, im Kopf bereits auswendig abfahren. Auf die Frage, was er als besonders schwierig empfinde, antwortet er: «vielleicht die neuen Strecken kennenlernen». Vater Salvatore ergänzt: «Die hat er aber dennoch ziemlich schnell im Griff. In Lonato (Italien, d.Red.) brauchte er zwei Stunden und fuhr dann Rundenzeiten wie die anderen.»

Der neunjährige Kartfahrer Dario Palazzolo in Aktion

Der neunjährige Kartfahrer Dario Palazzolo in Aktion

Darios Hobby beansprucht neben der Schule viel Zeit. Er trainiert ein bis zwei Mal pro Woche in Wohlen oder oftmals auch ganze Wochenende im Ausland. Zudem besucht er auch noch Karatestunden und spielt Schlagzeug. «Das Karate ist zum Fitbleiben», sagt der 9-Jährige. Zeit für Freunde habe er trotz Programm aber dennoch. Dabei ist das Zeitmanagement das A und O.

Wichtig ist der Familie, dass Dario sein zeitaufwendiges Hobby mit der Schule vereinbaren kann. An den Rennwochenenden bekommt er am Freitag schulfrei. Das ist aber an Bedingungen geknüpft. So muss Dario etwa den Schulstoff nachholen und darf nicht hinterherhinken. Dario weiss: «Ich muss mich in der Schule konzentrieren und gut lernen, sonst darf ich nicht mehr auf die Strecke, bis ich wieder nachkomme», sagt Dario und ergänzt lachend: «Aber so, wie es aussieht, bin ich gut, sonst wäre ich jetzt nicht hier.»

Die Eltern stehen hinter der Leidenschaft ihres Sohnes. Sie möchten ihren Sohn fördern und unterstützen ihn solange es für sie möglich ist. Ohne das Verständnis und die Unterstützung der gesamten Familie wäre Dario heute nicht dort, wo er ist. Denn seine Leidenschaft ist teuer. Die Familie ist stark auf die finanzielle Unterstützung von Sponsoren angewiesen, ohne sie wäre die Ausübung des Motorsports grundsätzlich schwierig. Pro Saison beträgt der finanzielle Aufwand für Darios Hobby über 12000 Franken. «Es gibt Teams, die fahren jedes zweite Rennen mit einem neuen Kart. Dario fährt dieses Jahr sein letztjähriges Kart», relativiert Salvatore und sieht darin auch Vorteile: «So sieht man viel besser, wo er mit seinem Können wirklich steht.» Hat man immer wieder neues Material, könne man das gar nicht richtig einschätzen.

Dario mit einem seiner grössten Fans: seinem Vater Salvatore

Darios Rennteam besteht aus der eigenen Familie. Sein Onkel Francesco ist gelernter Mechaniker und kommt aus der Rennszene, Tante Francesca ist zuständig für das Marketing, Vater Salvatore, als Verkäufer im Aussendienst tätig, versteht einiges von Motoren. Und auch Mutter Angela, die in der Gemeindeverwaltung arbeitet, verfolgt gerne die Entwicklungen ihres Sohnes an der Rennstrecke. «Ich bin sehr froh, dass ich mit meiner Familie ein Team habe. Ich bin einfach froh, dass wir das so machen», sagt Dario und lehnt sich an seine Mutter.

Das nächste Ziel: die Weltmeisterschaft

Darios nächstes grosses Ziel ist die Weltmeisterschaft. Am liebsten würde er schon nächstes Jahr dort fahren. Die Eltern schätzen aber, dass es noch zwei Jahre gehen wird. Nun stehen diese Saison erst mal die Schweizer Kartmeisterschaft und eventuell einige Rennen in Italien an.

Wichtig im Rennsport ist, dass man international Fuss fassen kann, dass der Name bekannt wird. Doch der Sport ist schnelllebig und man muss auch ein wenig Glück haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Um sich international bekannt zu machen, ist der Junge aus Muhen auf einem guten Weg. Er hat früh angefangen und auf den Strecken in Frankreich und Italien kennt man ihn bereits. Mit etwa 15 Jahren sollte Dario in einem Auto sitzen und diese Art Rennluft schnuppern. Sein Traum ist aber klar: Rennfahrer in der Formel 1 werden.

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