Schwingen
Die Nordwestschweizer haben «nicht gezeigt, was wir können»

Ein schwaches Abschneiden der NWS-Schwinger beim Saisonhöhepunkt am Kilchberg-Schwinget bilanziert auch der Technische Leiter Stefan Strebel. Die drei Trümpfe stachen alle nicht.

Wolfgang Rytz
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Für einmal hat Bruno Gisler die Oberhand.

Für einmal hat Bruno Gisler die Oberhand.

Keystone

Der Freiämter Stefan Strebel, Technischer Leiter im Nordwestschweizer Verband, suchte nicht nach Ausreden, sondern gestand: «Mit unseren Leistungen bin ich nicht zufrieden. Da haben wir nicht das gezeigt, was wir können.» Christoph Bieri und Bruno Gisler behaupteten sich zwar in der vorderen Ranglistenhälfte der 60 Teilnehmer, gehörten aber spätestens nach dem vierten Gang nicht mehr zu den Siegesanwärtern.

Noch schlimmer erging es dem grossen Schwägalp-Triumphator Mario Thürig. Er fiel schon bei seinem dritten Einsatz mit einem «Gestellten» gegen den kecken Innerschweizer Jungspund Joel Wicki aus der Entscheidung. Dabei verletzte er sich zu allem Übel an einem Knie, was Erinnerungen an frühere Verletzungen des Mörikers weckt.

Bei nur 60 Schwingern, davon 38 «Eidgenossen», mutiert am Kilchberger Schwinget jede Begegnung zu einem Spitzenkampf. Dies spürte Christoph Bieri von Beginn an. Nach dem Starttaucher gegen Philipp Laimbacher auf einen Kurz bezwang er zwar einen weiteren unbequemen Innerschweizer, Marcel Mathis mit konsequenter Bodenarbeit. Danach bremste ihn aber der scheinbar schwächere Nidwalder Martin Zimmermann mit einem «Gestellten» frühzeitig aus der Entscheidung.

Seltene Niederlage

Am Nachmittag liess der Ostaargauer Königssohn Remo Käser und den Thurgauer Oldie Stefan Burkhalter in die Sonne blicken, aber der Abschluss gegen Simon Anderegg misslang. Der zähe Berner Oberländer fügt ihm eine der wenigen Niederlagen in dieser Saison zu, womit er aus dem ersten Ranglistendrittel rutschte.

Bruno Gisler startete mit einem Gammen-Sieg über Adi Laimbacher gut in den Wettkampf vor 12 500 Zuschauern. Aber in den Gängen zwei und vier erwiesen sich die Brocken Christian Schuler und Christian Stucki als stärker. Dank Siegen über den Bündner Armon Orlik und den Thurgauer Beni Notz verblieb der Solothurner Leader in guter Position. Zuletzt fiel er durch das Remis gegen den Berner Thomas Zaugg zurück.

Dank zweier Siege am Vormittag schwang der Baselbieter «Nichteidgenosse» Roger Erb lange vorne mit. Am Nachmittag liessen ihn aber trotz beherztem Einsatz drei «Eidgenossen» durch die Rangliste fallen. Ebenfalls zwei Siege nebst vier Niederlagen gelangen dem Mümliswiler «Neueidgenossen» Remo Stalder.

Henryc Thoenen und David Schmid genügte ein einziger Sieg in den ersten vier Gängen nicht für den Ausstich. «Beide sind überhaupt nicht auf Touren gekommen», beklagte Strebel. Hingegen sprach er von guten Ansätzen bei Erb. «Wir haben nun zwei Jahre Zeit zum Aufbau bis ans Eidgenössische in Estavayer», blickt der Technische Leiter der Nordwestschweizer voraus. Kilchberg habe gezeigt, dass der Weg für künftige «Eidgenossen» hart sei. «Wir haben nach einer guten Saison eine Klatsche erhalten. Jetzt müssen wir die Konsequenzen ziehen und noch gezielter trainieren.»