Challenge League

Die neue Winnermentalität: Der FC Aarau ist auf gutem Weg, das langjährige Problem zu lösen

In dieser Saison hält das Team von Trainer Stephan Keller  Rückschläge aus.

In dieser Saison hält das Team von Trainer Stephan Keller Rückschläge aus.

Ein Rückschlag und das Kartenhaus bricht zusammen: Was in der Vergangenheit eine der Hauptursachen für den sportlichen Abwärtstrend war, hat der FCA mittlerweile im Griff. Doch es gibt weiterhin Verbesserungspotenzial, wie die Spielverläufe zeigen.

«Die Mannschaft hat eine unglaubliche Winnermentalität entwickelt»: So begründete Stephan Keller die Aufholjagd vom 0:2 zum zwischenzeitlichen 3:2 gegen Stade Lausanne-Ouchy, geendet hat die Partie am Freitagabend 3:3.

Winnermentalität? Der Begriff ist beliebt bei Sportakteuren, er fällt fast schon inflationär. Doch im Fall des FC Aarau hat er Berechtigung, wie ein Blick auf die Verläufe der bisherigen Saisonspiele zeigt.

FC Aarau - FC Stade Lausanne Ouchy 3:3 (11.12.2020, Stimmen zum Spiel)

Eines der grössten Probleme des FC Aarau in den vergangenen Jahren war die Instabilität: Ein Gegentor, ein nicht gegebener Penalty, ein Platzverweis oder sogar nur eine vergebene Topchance – viel zu oft fiel die Mannschaft nach einem Rückschlag wie ein Kartenhaus zusammen.

Auch in den ersten zwei Ligaspielen dieser Saison gegen Wil (1:3) und Winterthur (2:5) war das noch so. Doch seither beweist der FC Aarau Nehmerqualitäten: Das 3:3 gegen Ouchy war das dritte Spiel, das die Mannschaft nach einem zwischenzeitlichen Rückstand nicht verloren hat. Auch im Hinspiel gegen die Lausanner (1:1) und gegen Kriens (2:2) ist dies gelungen.

In Schaffhausen hat der FC Aarau noch mit 2:1 gewonnen, nachdem er trotz spielerischer Dominanz den Ausgleichstreffer zum 1:1 erst in der 84. Minute kassiert hatte. Auch beim 3:1 gegen Winterthur ist der FCA trotz zwischenzeitlichem Ausgleich als Sieger vom Platz gegangen.

Drei Mal hat Aarau gewonnen, obwohl der Gegner den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer erzielt hat: Gegen Chiasso (Endstand 2:1) und zwei Mal gegen Xamax (3:1 und 4:2). Auf den ersten Blick keine besondere Leistung sein, doch es heisst aus guten Gründen, 2:0 sei im Fussball das gefährlichste Resultat. Denn während die führende Mannschaft beim Stand von 1:0 automatisch weiter konzentriert am Werk ist, verleitet ein Zweitorevorsprung zu Nachlässigkeiten. Und erzielt der Gegner dann das Anschlusstor, kann der Schalter in den Verteidigungsmodus nicht mehr oder nicht schnell genug umgelegt werden kann – prompt kassiert man auch noch den Ausgleich. In der vergangenen Spielzeit hat Aarau drei Mal einen Zweitorevorsprung aus den Händen gegeben – in dieser Saison noch nie.

Doch auch heuer besteht noch Verbesserungspotenzial: So hat der FCA bereits drei Mal eine zwischenzeitliche Führung nicht ins Trockene gebracht, gegen Wil (1:3) hat er die Partie sogar verloren. Und dann gibt es noch die «Königsdisziplin der Winnermentalität», in der es gilt, einen Rückstand in einen Sieg verwandeln: Am vergangenen Freitagabend gegen Ouchy schien der FCA auch dies zu schaffen, ehe die Gäste in der letzten Spielminuten einen Penalty zugesprochen bekamen...

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