Aus der erhofften Jubelnacht für den TV Endingen wurde nichts. Nach der 26:30-Niederlage am Samstag im Wiederholungsspiel gegen Suhr Aarau müssen die Surbtaler den beschwerlichen Umweg über die Auf-/Abstiegsspiele gegen die Ostschweizer von Fortitudo Gossau auf sich nehmen. Entsprechend kurz und wortkarg verlief das gemeinsame Spaghetti-Essen nach Spielschluss. «In solchen Momenten bringt viel diskutieren nichts», sagt Marco Eggenschwiler. Die Mannschaft habe selber gemerkt, dass sie ihr Leistungsvermögen nicht abrufen konnte, so der Endinger-Sportchef. «Mund abputzen und vorwärtsschauen», lautet Eggenschwilers Parole mit Blick auf die Aufgabe von heute Abend.


In der GoEasy-Halle (20 Uhr) kommt es zur ersten von zwei sogenannten Barragepartien gegen den vorletzten aus der Nationallaga A. Zieht man die Statistik bei, dürfen sich die Endinger im Duell gegen die Gossauer wenig Chancen ausrechnen. Seit der Einführung dieses Modus ist es noch nie einem Nationalliga-B-Vertreter gelungen, sich gegen den Höherklassigen durchzusetzen. Zuletzt hatten die Endinger gegen Stäfa selber zweimal das Nachsehen.

Ungeachtet der ernüchternden Bilanz, glaubt Marco Eggenschwiler an die Fähigkeiten seines Teams. «Der Druck liegt eindeutig beim Gegner. Wir können, sie müssen gewinnen.»
Die Gossauer verfügen über eine Mannschaft ohne klangvolle Handball-Namen. Erfolgreichster Schütze in dieser Saison ist der Deutsche Christoph Piske. Der 28jährige Rückraumspieler gehört mit seinen 131 Treffern zu den besten Schützen der Liga.


Das Team von Trainer Rolf Erdin zählt zu jenen Vereinen in der Nationalliga A, die sich den Klassenerhalt jedes Jahr aufs Neue hart erarbeiten müssen. «Für höhere Ansprüche sind unsere Mittel zu beschränkt», sagt der ehemalige Spitzenhandballer. Gemessen an den finanziellen Möglichkeiten halten die Gossauer in der Beletage aber erstaunlich mit. Seit dem Aufstieg 2008 verteidigen sie hartnäckig ihren Platz in der höchsten Liga.

In der Ostschweiz gibt man sich vor dem heutigen Vergleich betont zurückhaltend. Von Überheblichkeit ist wenig zu spüren. «Das wäre völlig fehl am Platz. Die Endinger sind eine kampfstarke Mannschaft und vor allem zu Hause mit ihrem Publikum im Rücken eine Macht», sagt Rolf Erdin. Trotz dem Respekt hat er es unterlassen, sich die Partie am vergangenen Samstag vor Ort in Siggenthal anzuschauen.


Für die Endinger geht es zunächst darum, sich eine vielversprechende Ausgangslage fürs Rückspiel am Donnerstag zu schaffen. «Ein Sieg mit vier Treffern Differenz wäre ein Wunschresultat», sagt TVE-Sportchef Marco Eggenschwiler. Wie es funktioniert, haben die Surbtaler schon einmal bewiesen. Vor einem Jahr bezwangen sie im Schweiz-Cup Gossau mit 32:28.