Squash

Die mit den Männern spielt

© Aargauer Zeitung

Squash Gaby Schmohl spielt im Fricktaler Männerteam

Nein, Gaby Schmohls Umzug von Winterthur nach Sachseln im Kanton Obwalden hat keine steuerlichen, sondern berufsbedingte Gründe. Ihr Freund hat eine neue Stelle in der Region angenommen, weshalb das Paar seit diesem Sommer am Sarnersee wohnt. Für die 30-jährige Squashspielerin bedeutet dies aber grosse Reisedistanzen. Sie trainiert hauptsächlich in Kriens und spielt weiterhin beim Frauen-NLA-Team in Winterthur. Zudem gehört sie seit dieser Saison auch der Männer-NLA-Mannschaft des Fricktals an.

Gaby Schmohl

Gaby Schmohl

Die Herausforderung hat Schmohl nicht aus finanziellen, sondern aus rein sportlichen Perspektiven angenommen. «Ich profitiere sehr davon, in einer Partie richtig unter Druck zu geraten. Das war bei den Frauen zuletzt nicht der Fall», meint die unangefochtene Nummer 1 des Landes und dreimalige Schweizer Meisterin. Sie trainiere zwar schon lange häufig mit Männern, «im Wettkampf ist es aber doch noch etwas anderes».

Männerpartnerin

Aufgenommen worden sei sie sehr gut im Fricktal. Ausser den Aargauern fragten sie auch noch andere Männerteams an. Die Entscheidung fiel aufgrund ihres Mentaltrainers, der bei Fricktal engagiert ist und mit dem sie schon lange zusammenarbeitet. Bisweilen hat sie zwei Partien gespielt und beide verloren, wobei sie allerdings jeweils gegen den zweitbesten Spieler des Gegners antreten musste. «Die Position zwei ist vielleicht doch etwas heftig», sagt sie zur ihrer Rolle beim Aufsteiger. Ihr Ziel ist es aber mitzuhelfen, dass die Aargauer in der NLA verbleiben.

Seit diesem Sommer konzentriert sich die studierte Biologin ganz auf den Sport und hat die Assistenzstelle in einer Anwaltskanzlei gekündigt. Mit erhöhtem Trainingsvolumen und den Männern als Sparringspartnern will sie ihre Ziele auf der Wispa, der internationalen Frauentournee, erreichen. «Die Top 30 sind mein Ziel.» Momentan befindet sie sich unter den besten siebzig.

Neben dem internationalen Erfolg will Schmohl noch einige Schweizer Meistertitel gewinnen. Auch bei den Männern? «Nein», lacht sie, «das käme dann wohl bei den Frauen nicht so gut an. Ausserdem hätte ich keine Chance.» So duelliert sie sich im Einzel weiterhin mit den Frauen und hat bei nationalen Meisterschaften nur ein Ziel: den Titel, der auch für eine Dominatorin wie Gaby Schmohl kein Selbstläufer ist.

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