Gegen Ende der Woche kam sie doch noch, die – in Anbetracht der Umstände – gute Nachricht: Der Meniskusriss, den sich Kreisläufer Martin Slaninka zugezogen hat, stellte sich bei der notwendig gewordenen Operation am Donnerstag als weniger schlimm heraus, als zunächst befürchtet worden war. Heisst: Der 29-jährige Slowake fällt nur sechs statt zwölf Wochen aus. Trotzdem ist die Hauptrunde für Slaninka gelaufen. Er wird dem HSC Suhr Aarau erst in der Vorbereitung auf die zweite Saisonphase wieder zur Verfügung stehen.

Sowieso hat der Aargauer NLA-Klub zwei turbulente – und vor allem einschneidende Wochen hinter sich. Noch vor Slaninka hatte sich dessen 18-jähriger Stellvertreter Lukas Laube im Training eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen. Er fällt deswegen mehrere Wochen aus. Am vergangenen Montag verletzte sich Rückraumspieler Mathias Müller. Der 23-Jährige hat sich übertreten und dabei gleich mehrere Bänder im Fuss gerissen und angerissen. Müller fällt vier bis sechs Wochen aus.

Aufdenblatten fraglich

Kommt hinzu, dass Co-Captain und Regisseur Tim Aufdenblatten angeschlagen und zumindest für die Partie vom Sonntag fraglich ist. Der 22-jährige Rückraumspieler plagt sich mit muskulären Problemen im Bereich des Knies herum. Ob er am Sonntag auflaufen kann, wird kurzfristig entschieden. «Verletzungen gehören dazu. Dass aber jetzt alles aufs Mal kommt, ist ganz bitter. Zumal konzentriert auf einzelnen Positionen», sagt Aufdenblatten.

Sollte er tatsächlich ausfallen, dürfte der vornehmlich in der U19 und beim Erstliga-Partnerteam HV Olten eingesetzte 18-jährige Dylan Brandt an der Seite von Milan Skvaril zu seiner Feuertaufe als Spielmacher kommen. Dies, weil Müller aufgrund seiner Verletzung als Option entfällt und auch Manuel Zehnder nicht zur Verfügung steht. Der 19-jährige Rückraumspieler leidet am Pfeifferschen Drüsenfieber und fällt bis auf weiteres aus. «Ich bin damals auch durch Ausfälle in die erste Mannschaft gekommen. Das ist für unsere Nachwuchsspieler eine riesige Chance. Wir wissen, was sie können, und glauben an sie», sagt Aufdenblatten.

Kapitale Spiele kommen

Der HSC Suhr Aarau war im bisherigen Saisonverlauf – einmal abgesehen vom erneuten Kreuzbandriss bei Beau Kägi – von schwereren Verletzungen verschont geblieben. Umso bitterer, dass die Verletzungshexe nun gleich dermassen brutal zugeschlagen hat. Zumal der HSC vor vier wegweisenden Partien (siehe Auflistung am Ende des Artikels) innert der kommenden drei Wochen steht. Im Kampf um den Einzug in die Finalrunde und die damit verbundene direkte Qualifikation für die Playoff-Viertelfinals dürfte in den Partien gegen GC Amicitia, Kriens-Luzern, Fortitudo Gossau und Wacker Thun zumindest eine Vorentscheidung fallen.

«Klar, die Zielsetzung Finalrunde relativiert sich schon etwas», sagt HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli, gibt sich aber kämpferisch: «Wir werden auf keinen Fall die weisse Flagge hissen. Wir verfügen immer noch über genug Qualität im Kader, um unter die ersten sechs zu kommen.» Zudem baut Wernli darauf, dass seine Mannschaft auf die Erfahrungen aus der vergangenen Saison aufbauen kann. Auch damals war der HSC zeitweise vom Verletzungspech verfolgt gewesen – und hatte sich trotzdem für die Finalrunde qualifiziert. «Jetzt gilt es erneut noch enger zusammenzurücken und für unser Ziel zu kämpfen», sagt Wernli.