GP Fricktal
Die Läuferinnen und Läufer trotzen der Nässe und der Kälte

Berhe Zeremariam und Diana Müller siegten beim Jubiläumslauf des GP Fricktal in Eiken über die 10 Meilen. Sie können aber infolge der widrigen Bedingungen ihre Bestzeiten nicht verbessern.

Jörg Greb
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GP Fricktal
8 Bilder
Die Läufer lassen sich vom Wetter nicht unterkriegen.
Die äusseren Bedingungen hätten besser sein können.
Siegerin Diana Müller (Mitte).
Wettrennen mit den Autos.
Läufer neben der vollen Autobahn.
Die drittplatzierte Irene Marrel Hitz aus Untersiggenthal.
Sieger Berhe Zeremariam.

GP Fricktal

Alexander Wagner

Die Bilder im Ziel bewiesen es: Diese 10 Meilen oder 16,09 km waren kein Zuckerschlecken, sie hatten Zusätzliches gefordert. Durchnässt vom Dauerregen, bis ins Gesicht hinauf mit Erde verspritzt und bald von den tiefen Temperaturen gezeichnet, präsentierten sich die Läuferinnen und Läufer – und nicht nur von Lachen und Glücksgefühlen begleitet.

Dieser Zwiespalt zeigte sich auch bei den Besten. «Ich suchte eine Standortbestimmung», sagte Patrick Wieser, «doch zu dieser kam ich kaum.» Der zweifache GP-Fricktal-Sieger und letztjährige EM-Teilnehmer im Marathon sah sich der Kälte und Nässe wegen muskulär besonders gefordert und hatte die Gefahr des Ausrutschens ständig im Hinterkopf. Dem Winterthurer blieb es verwehrt, erstmals wieder seit 2009 zuoberst aufs Podest steigen zu dürfen.

Einen ungefährdeten Sieg lief der 33-jährige Berhe Zeremariam aus Zürich heraus. Um den vierten in Eiken nach 2010, 2011 und 2012 handelte es sich. «Ich versuchte, das Rennen zu kontrollieren, und erreichte so, was ich angestrebt hatte», erklärte der gebürtige Äthiopier.

Wieser überraschte dieser Ausgang keineswegs: «Auf diese Distanz ist Berhe schneller als ich.» So störte sich der Ostschweizer nicht über den Ausgang, sondern über den schwachen Nutzen betreffend Standortbestimmung.

Diana Müller verteidigt Titel

Zur Bestätigung seiner guten Form dienten nämlich seine 52:16 Minuten nicht. Viermal war er in den letzten sieben Jahren in Eiken schon schneller gewesen. Im Hinblick auf sein nächstes grosses Ziel, den Linz-Marathon in zwei Wochen, hätte er sich eine gute Zeit gewünscht.

Zeitlich ebenfalls nicht an ihre eigene Bestmarke heran kam Diana Müller. Doch die halbe Minute, welche die 33-jährige Erlinsbacherin letztes Jahr schneller gewesen war, wertete sie nicht als Abwertung ihrer gestrigen Leistung. Vielmehr betonte sie: «Ich bin sehr zufrieden und auf einem guten Weg.»

Um eine wichtige Erkenntnis handelt es sich für die Leiterin Fachstelle Alter des Kantons Aargau. Denn auch sie verfolgt hohe sportliche Ziele, allerdings mit etwas grösserer zeitlicher Spanne. Die Ironman-70.3-Weltmeisterschaften in Zell am See (Ö) Ende August nennt die Triathletin. Nach dem fünften Altersklassen-WM-Rang letztes Jahr traut sie sich nun das Podest zu.

Mitte Mai will sie sich den Startplatz dafür in St. Pölten (Ö) sichern. «Die Tempohärte, das Rhythmusgefühl passen», sagt sie fröhlich – ganz im Wissen, dass sie mit ermüdeter Muskulatur angetreten war, weil sie am Morgen bereits auf der Velorolle eine Trainingseinheit hingelegt hatte. Als Stärkezeichen dient Diana Müller nicht zuletzt auch der Vorsprung von 2:24 Minuten auf die zweitplatzierte Corinne Zeller.

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