Langlauf

Die Langläuferin Franziska Heim ist Weltmeisterin

Die bald 55-jährige Franziska Heim, frischgebackene Weltmeisterin, posiert vor ihren Langlaufski. awa

Die bald 55-jährige Franziska Heim, frischgebackene Weltmeisterin, posiert vor ihren Langlaufski. awa

Die Gränicherin legt an den Masters-Weltmeisterschaften im kanadischen Silver Star einen hervorragenden Lauf hin. Franziska Heim gewinnt über 10 km Skating die Goldmedaille.

Franziska Heim, beste Aargauerin am Engadin Skimarathon – jahrelang liess sich für diesen Tipp die Hand ins Feuer legen. Doch nach dem Volkslaufklassiker des letzten Sonntags liess sich der Name der leistungsstarken Gränicherin nirgends finden. Mit Grund. Sie hatte andere Prioritäten gesetzt und weilte an der Masters-Weltmeisterschaft in Silver Star in British Columbia. Erst am Renntag landete sie wieder in Zürich-Kloten.

Und die weite Reise machte sich bezahlt. Im Gepäck führte sie das Emblem für ihre Topleistung ein paar Tage zuvor mit: eine Goldmedaille. Gewonnen hatte sie diese vier Tage zuvor über 10 km Skating. Ein Triumph wars, mit dem sie keineswegs gerechnet hatte. Erst einmal schaffte sie es zuvor in ihrer Alterskategorie aufs Podest: vor fünf Jahren als Dritte. Heimlich liebäugelte sie nun damit, jenen Erfolg zu wiederholen. Gold aber sah die bald 55-Jährige ausser Reichweite.

Konkurrenz kommt näher

Nach dem fünften Rang über 15 km Skating bei ihrem ersten Einsatz hatte auch noch nichts darauf hingedeutet. «Womöglich liegt Bronze drin», machte sie sich Mut. Nach dem Startkommando orientierte sie sich am Rücken der Drittplatzierten der ersten Entscheidung. Doch nicht lange. Bald liess sie diese vorbeiziehen.

Franziska Heim forcierte und kam weg. «Gib alles», sagte sie sich immer wieder. Vor allem als sie die kanadischen Zuschauer in ihrem Rücken immer lauter toben hörte und sie die Konkurrenz immer näher aufrücken spürte. Fünf Sekunden rettete sie ins Ziel. Ein einzigartiger Effort wars. Da trübte auch der zehnte Rang über 30 km die Bilanz nicht wirklich.

«Wie reagieren die Schüler?»

Für die Sportlehrerin – sie unterrichtet in Seon und in Fahrwangen – bildeten diese Weltmeisterschaften den Saisonhöhepunkt. Und fürs Dabeisein nutzte sie eine spezielle Konstellation. Möglich geworden war dieser Kanada-Abstecher nur dank dem Dienstaltersgeschenk in Form zusätzlicher Ferien, die sie den Sportferien anfügte. Vorbereitet hatte sie sich in gewohnter Manier. Häufig weilte sie mit ihrem Mann Werner Heim – er gehörte ebenso zur 13-köpfigen Schweizer Delegation – in der Ferienwohnung in Münster im Obergoms. Im Swiss Loppet auf nationaler Stufe mass sie sich. Unangetastet dominierte sie in dieser Serie ihre Altersklasse.

Und jetzt? Franziska Heim blickt ihrem Wiedereinstieg in den Berufsalltag gespannt entgegen. «Wie reagieren die Schüler?», fragt sie sich. Viele dürften nicht wissen, auf welchem Level sich ihre Lehrerin betätigt. «An die grosse Glocke habe ich meine Wettkampfsporttätigkeit nie gehängt», sagt sie.

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