1. Liga
Die Krux mit dem Kunstrasen: FC Baden verliert gegen Old Boys

Die 0:2-Niederlage des FC Baden gegen die Old Boys aus Basel sorgte für den Stimmungskiller. Auch mit dem neuen Kunstrasen sind die Spieler nicht glücklich.

Ruedi Kuhn
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Der Badener Stefano Negrinelli ist zwar vor dem Basler Verteidiger am Ball, verfehlt aber das Tor
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FC Baden - Old Boys
Badens Hervé Makuka (rot) gegen Nico Thüring
Kein Durchkommen für Nikola Marjanovic (rot) im hart geführten Zweikampf gegen Reto Friedli
Es war wie vergext: auch Dugagjin Dedaj (vorne) verfehlte in dieser Szene das Tor der Old Bpys

Der Badener Stefano Negrinelli ist zwar vor dem Basler Verteidiger am Ball, verfehlt aber das Tor

Christian Boss

Nach dem Abpfiff sprach der abgrundtief enttäuschte Baden-Trainer Domenico Sinardo Klartext: «Einige Spieler sind mit dem neuen Kunstrasen überhaupt nicht glücklich und müssen sich erst noch daran gewöhnen. Das soll keine Ausrede für das 0:2 gegen Old Boys sein, aber es ist nun mal so.» Der Nullnummer gegen Wangen bei Olten folgte nun anlässlich der offiziellen Eröffnung des neuen Rasens im Stadion Esp die Niederlage gegen die Basler.

Ist die Tatsache, dass der offensiv starke FC Baden in zwei Heimspielen in Folge keinen Treffer erzielt hat, tatsächlich auf die neue Unterlage zurück zu führen? Lastet auf dem Kunstrasen gar ein Fluch? Die nächsten Partien im Dättwiler Esp gegen Dornach, Winterthur (Cup), Breitenrain und Schötz werden darüber Aufschluss geben.

Alles lief gegen Baden

Beim 0:0 gegen Wangen bei Olten warf Sinardo seinem Team eine gewisse Nonchalance, ja sogar Arroganz vor. Gegen Old Boys war das anders. Die Mannschaft wollte den 600 Zuschauern etwas zeigen, kämpfte, rackerte und bäumte sich mit Fortdauer der Partie gegen die drohende Niederlage auf. Doch ausgerechnet während der Eröffnung des Kunstrasen-Spielfelds lief alles, aber auch wirklich alles gegen den FC Baden.

Prompt ging Old Boys mit der ersten Chance nach elf Minuten in Führung. Und mit Chad Bartlomé profitierte ein früherer Badener von einem Missverständnis in der Abwehr. Nach dem 1:0 spulte das clevere Old Boys sein Programm abgebrüht herunter, machte die Räume eng und dem Gegner damit das Leben schwer.

Feuerwerk ohne Ertrag

In der zweiten Halbzeit steigerte sich Baden. Um Längen. Und als Cyril Schneider nach einer Stunde mit einer Superparade eine Kopfball-Möglichkeit von Basil Gygax vereitelte, war dies die Initialzündung für ein kleines Feuerwerk. Nun kam man zu Chancen im Minutentakt. Der Ausgleichstreffer lag in der Luft. Wie aber lautet eine alte Fussball-Weisheit so treffend: Wer die Tore nicht schiesst, der kassiert sie. Stefano Negrinelli zupfte den trickreichen und antrittsschnellen Old-Boys-Joker Patrick Streule nach 66 Minuten innerhalb des Strafraums am Trikot – und Nico Thüring verwertete den anschliessenden Penalty zum 2:0.

Tätlichkeit nicht mit Rot bestraft

Nun bogen die Basler auf die Siegesstrasse ein und hatten zudem Glück, dass Bartlomé nach einer Tätlichkeit an Davide Caroli nicht vom Platz gestellt wurde. Für Sinardo war das 2:0 gleich bedeutend mit der Entscheidung: «Wenn uns das 1:1 gelungen wäre, hätten wir die Wende schaffen können. Auf diesem Boden ist es allerdings schwer, einem Rückstand nachzulaufen.» Womit wir wieder beim Kunstrasen wären.

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