Der Gebenstorfer Lukas Wittwer ist nicht um Worte verlegen, wenn er nach den Zielen seines Klubs GC Unihockey für die bevorstehenden NLA-Playoffs gefragt wird. «Wir wollen Meister werden», sagt der 23-Jährige selbstbewusst. Dafür müsse natürlich alles passen, «aber wir haben definitiv das Potenzial dazu».

Jetzt gegen Köniz

GC hat die Qualifikation auf dem dritten Rang abgeschlossen und trifft deshalb in den Viertelfinals mit Heimvorteil auf Floorball Köniz. «Es ist wichtig, dass wir Schritt für Schritt nehmen. Unser Fokus liegt deshalb jetzt erst einmal bei Köniz», sagt Lukas. Zusammen mit seinem Bruder Jonas, seines Zeichens GC-Stammgoalie, vertritt Lukas auch etwas den Kanton Aargau im Kampf um den diesjährigen Meistertitel. Weil ihr Lengnauer Teamkollege Julian Müller wegen eines Bandscheibenvorfalls bis Ende Saison verletzt ausfällt, sind die Wittwer-Brüder nämlich die einzigen Aargauer in den NLA-Playoffs. «Ich habe das nicht gewusst, aber jetzt wo ich das höre, ist es schon etwas Spezielles», sagt Lukas.

Viel Diskussionsstoff

Ebenfalls nicht ganz alltäglich ist die Konstellation für ihn bei GC. Als Verteidiger weiss er auf dem Feld seinen 22-jährigen Bruder meistens direkt hinter sich. «Wir kennen uns extrem gut und wissen, wie der andere in einer Situation reagiert», sagt Lukas. Weil sie meistens gemeinsam ins Training und wieder nach Hause fahren, haben sie viel Zeit zu Diskussionen. «Dabei besprechen und analysieren wir häufig Situationen aus Spielen.»

Und das wiederum kommt dem Verteidiger zu gut. Denn im Gegensatz zu Jonas, der vom Goalieposten her gerne kommuniziert und Anweisungen gibt, mag es Lukas während des Spiels eher ruhiger. «Jonas respektiert das und weiss deshalb genau, wann es dennoch nötig ist, mich anzuweisen oder mich auf etwas aufmerksam zu machen», sagt Lukas.

Zürich günstig gelegen

Dass die einzigen Aargauerin den NLA-Playoffs alle bei GC spielen, ist kein Zufall: Zürich ist für viele Aargauer aus geografischen Gründen naheliegend. Kommt hinzu, dass mit dem Abstieg von Lok Reinach, wo die Wittwer-Brüder vor ihrem Wechsel zu GC spielten, die Perspektiven auf Spitzenunihockey im Aargau arg geschmälert wurden. Olten Zofingen schloss die Qualifikation auf dem letzten Platz der NLA ab und spielt ab Sonntag in den Playouts gegen den Abstieg. «Das ist sehr schade, denn das Potenzial im Kanton wäre vorhanden», sagt Lukas. Deshalb begrüsst er es auch, dass ab nächster Saison unter dem Dachverein «Unihockey Aargau United» die Vereine Virtus Wohlen, Bremgarten und Lenzburg einen gemeinsamen Anlauf nehmen, um den Unihockeysport im Aargau wieder in höhere Sphären zu führen. Damit bleibt in der Region die Hoffnung, dass dereints wieder mehrere Aargauer um den Meistertitel spielen können.