Ein Maniac erinnert sich gerne an den 17. Februar 2012 zurück: Salvatore Patera, damals noch für Futsal Minerva aus Bern im Einsatz, traf im Finale um die Schweizer Meisterschaft vor rund 2000 Zuschauern in der Berner Wankdorfhalle zum wichtigen 1:1-Ausgleich und ebnete seinem Team den Weg zum zweiten Titel in Folge.

Mit dem zweifachen Schweizer Meister Minerva wartet morgen (14:30 Uhr, Tägihalle Wettingen) ein dicker Brocken auf die Maniacs.

Die Neuauflage des Finals 2012 ist fast schon ein Klassiker in der noch jungen Geschichte der Premier League, wobei Minerva mit vier Siegen und einer Niederlage aus fünf Begegnungen die klar bessere Bilanz aufweist.

Besondere Vorfreude

Für Patera, der auf diese Saison hin zu den Maniacs gewechselt ist, wird dieses Aufeinandertreffen ein besonderes Spiel, der Respekt vor den ehemaligen Teamkollegen ist gross: «Die Berner werden auch diese Saison ein Anwärter auf den Titel sein.» Mit leuchtenden Augen sagt der Nationalspieler: «Ich freue mich unglaublich auf diese Partie.»

Verständlich, hat der 27-Jährige von Minerva-Trainer Marcos Lopez trotz guter Leistungen scheinbar oftmals nicht die verdiente Wertschätzung erhalten. Im ersten Duell gegen seinen Ex-Klub hat der vierfache Torschütze dieser Saison die Gelegenheit, diese These endgültig zu untermauern.

Neuer Schwung

Die Maniacs ihrerseits erlebten im vergangenen Jahr eine schwierige Saison. Mit dem 6. Platz verpassten die Aargauer den Play-Off-Einzug (Top 4) relativ deutlich. Neben Patera verstärkten sich die Wettinger unter anderem mit dem Deutschen Nationalspieler Christopher Krause sowie vier Gehörlosen-Nationalspielern. Dazu kam mit Trainer Janes Janzekovic ein ausgewiesener Fachmann und – passend zu den Maniacs – Futsal-Verrückter.

Zweikampfstärke als grosser Vorteil

Janzekovic sieht seine Truppe durchaus im Stande, auch in der neuen und qualitativ stärkeren Zehnerliga um die Play-Off-Plätze mitzuspielen und den Schweizer Meister Bulle gehörig zu ärgern: «Wir gehören zu den zweikampfstärksten Mannschaften der Liga, das ist ein grosser Vorteil für uns», so der Wettinger Übungsleiter und ergänzt: «Wenn wir unser Spiel konsequent durchziehen, muss uns erst mal einer schlagen.» Janzekovic hebt aber den Mahnfinger: «Auch wenn wir uns auf einem guten Weg befinden, noch sind wir nicht so weit, wie ich mir das wünsche.»

Dazu haben die Maniacs endlich einen Stamm von rund zwölf Spielern, die nur noch in der Halle spielen – keine Selbstverständlichkeit in der ehrenamtlichen Futsalwelt.

Gemischter Saisonstart

Zum Start gab es gegen das arg dezimierte Genf, immerhin Schweizer Meister 2010, einen hart umkämpften 8:5-Sieg. Vergangene Woche mussten die Maniacs aber gegen Mitfavorit und Aufsteiger Lugano eine ärgerliche 1:4-Niederlage hingenommen werden. Ärgerlich, weil die Wettinger gegen eine mit italienischen und spanischen Ex-Profis gespickte Mannschaft beste Torchancen ausgelassen haben.

Sollten die Maniacs gegen Minerva die Leistung aus der Vorwoche wiederholen und im Abschluss etwas kaltblütiger werden, ist die Chance gross, ein dickes Ausrufezeichen an die Futsal-Schweiz zu senden. Und die Jagd auf Favorit Bulle endgültig zu eröffnen.