Der 42. «GP Rüebliland», der morgen Freitag in Wittnau im Fricktal startet, kann erneut mit einer starken Besetzung aufwarten. Für das internationale Junioren-Strassen-Etappenrennen haben sich die Landesmeister von Norwegen, Schweden, Luxemburg, Holland, Dänemark und der Schweiz angemeldet. Die Schweizer Hoffnungen ruhen auf Bergmeister Jonathan Bögli und Bahnmeister Nicolo de Lisi.

Juniorentrainer Thomas Scheurer, der das Schweizer Nationalteam begleitet, sieht Jonathan Bögli in der Leader-Rolle: «Je steiler die Steigungen, desto besser für Jonathan. Ich könnte mir vorstellen, dass er bereits auf der ersten Etappe am Freitag in Wittnau ein gutes Resultat erreicht, denn der Bergpreis ist nicht allzu weit vom Ziel entfernt.»

Scheurer bedauert, dass der Zweitplatzierte der Strassen-Europameisterschaft, Alexandre Balmer, in seiner Auswahl fehlt. Der Romand bereitet sich anderweitig auf die bevorstehende Mountainbike-Crosscountry-Weltmeisterschaft in Lenzerheide vor, die in der Woche nach dem GP Rüebliland stattfindet.

Switchen zwischen Radsportarten

Radsportmultitalent Balmer, der auch im Radquer und im Crosscountry EM-Titel und -Medaillen gewonnen hat, folgt dem allgemeinen Trend. Weil es in der Schweiz immer weniger Strassenrennen gibt, weichen er und viele seiner Mitstreiter auf alternative Radsportdisziplinen aus. Nicolo de Lisi, der fürs Team Ticino startet, ist Bahn-Schweizer-Meister im Omnium.

Bedeutende Radsporttrainer wie der frühere Radquer- und Junioren-Nationaltrainer Kurt Bürgi begrüssen das Switchen zwischen den Radsportarten, denn das erweitert den Horizont und die fahrtechnischen Fertigkeiten der Nachwuchssportler. Der dreifache Strassenweltmeister und überragende Steuerkünstler Peter Sagan ist das beste Beispiel dafür.Bevor der Slowake 2009 auf die Strasse wechselte, gewann er im Juniorenalter Medaillen im Crosscountry und Radquer.

OK-Präsident Ueli Schumacher ist gespannt, ob sich am Schluss tatsächlich einer der neun Landesmeister durchsetzen wird. Er hofft auf spannende und unfallfreie Rennen wie im Vorjahr, als der Brite Thomas Pidcock mit seinem Sieg im Zeitfahren von Möhlin das Leadertrikot vom Franzosen Alexis Renard übernahm und bis zum Schluss verteidigte.

Querweltmeister Pidcock holte sich wenige Tage später auch noch das Regenbogentrikot im Zeitfahren. «So soll es sein: der GP Rüebliland als perfektes WM-Vorbereitungsrennen», sagt Schumacher und hofft, dass sich das Wetter nach dem verregneten Einstand im Vorjahr diesmal versöhnlicher zeigt.