Während der Landeskrösus FC Basel Geisterspiele aufgebrummt bekommt, schickt sich der FC Wohlen an, die bösen Geister und damit alle Widrigkeiten aus der ersten Saisonhälfte zu vertreiben. In der Niedermatten ist FCW-Trainer Ciriaco Sforza höchstpersönlich dafür verantwortlich, die formidable Heimbilanz unter seiner Führung mit 7 Zählern aus 3 Spielen lässt sich sehen. Nach der Punkteteilung mit Wil bleibt der FC Wohlen zum vierten Mal in Folge ungeschlagen und hätte sich aufgrund des deutlichen Chancenplus' eigentlich einen Vollerfolg verdient.

Wohlen auf dem richtigen Weg

«Wir befinden uns auf dem richtigen Weg», sagte Mergim Brahimi, Wohlens Shooting-Star, der nach seinem Hattrick in Genf erneut einer der Auffälligsten war. «Wir sind nicht Bayern oder Barcelona, aber wenn wir unsere Fehlerquote weiter reduzieren, kommt es gut.» Dank des Punktgewinns liegen die Freiämter drei Tage vor dem Direktduell in Locarno nun vier Zähler vor den Tessinern.

In der ausgeglichenen ersten Hälfte gab es kein Abtasten, beide Teams forcierten die Offensive: Nach Holensteins frühem 0:1 reagierte Wohlen heftig: Nur fünf Minuten später lancierte Kakoko mit einem perfekten Pass in die Tiefe den heranbrausenden Brahimi. Die GC-Leihgabe vernaschte Wil-Keeper Favre und liess sich mit einem breiten Grinsen im Gesicht feiern (1:1/13.).

Joker Ramizi trifft zum 2:2

Ein streng gepfiffener Penalty nach einer Intervention Thaqis im Strafraum führte zur glückhaften Ostschweizer Pausenführung. Danach war Wohlen die dominierende Mannschaft, erspielte sich Chance um Chance und jubelte nach 67 Minuten: Kakokos Zuspiel wurde von Wils Cerrone zu Ramizi abgelenkt, der Wohler Joker schob alleinstehend zum 2:2 ein. Das Heimteam powerte weiter und hatte durch Ramizi, Brahimi, Paiva und Bühler mehrere Möglichkeiten zum 3:2. Wil wankte, fiel aber nicht. Dennoch bleiben die Ostschweizer in der Niedermatten seit Juli 2009 ohne Sieg.

«Wir haben zweimal einen Rückstand aufgeholt und einen guten Gegner im Griff gehabt», analysierte Sforza. «Ich sehe immer mehr Fortschritte. Dennoch erhebe ich den Mahnfinger: Wir haben noch einen langen Weg vor uns.» Ein Weg, auf dem am Mittwoch in Locarno die nächste harte Prüfung wartet.

Die bösen Geister auf der Niedermatte

Gegen Wil wurden die bösen Geister nur ganz kurz in Erinnerung gerufen, als eine Viertelstunde vor Schluss ein Spieler namens «Wellington» auf den Platz lief. Doch der Wiler Ersatzmann konnte im Gegensatz zum FC Wohlen keine Akzente mehr setzen, so dass sich die Freiämter nun guten Gewissens über die zurückgewonnene Stärke freuen dürfen.