Orientierungslauf
Die Gebrüder Kyburz rennen am Weltcupfinale in Baden auf das Podest

Am Mitteldistanz-Rennen am OL-Weltcupfinale in Baden brillieren die Schweizer Männer – und die Aargauer setzen ein Ausrufezeichen. Daniel Hubmann siegt vor Mattias und Andreas Kyburz.

Jörg Greb
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Daniel Hubmann, der Sieger über die Mitteldistanz.

Daniel Hubmann, der Sieger über die Mitteldistanz.

foto-net / Alexander Wagner

Es gab auf den 6,2 km mit den 290 Höhenmetern und den 25 Kontrollposten einen, der dominierte: Daniel Hubmann, der Ex-Weltmeister aus dem thurgauischen Eschlikon, der nach seiner Fussoperation zurück zu alter Stärke gefunden hat. Hinter ihm folgten die Nordwestschweizer, und unter ihnen sorgten die Gebrüder Matthias und Andreas Kyburz für ein Novum. 26 Sekunden verlor Matthias Kyburz auf Hubmann und sicherte sich damit Rang 2, vier Sekunden länger benötigte Andreas Kyburz und fand sich auf Rang 3 wieder. Erstmals auf Stufe Weltcup schaffte es der ältere der beiden auf Topniveau laufenden Kyburz-Brüder damit einen Podestrang.

Die Fortschritte von Andreas Kyburz

«Nur so knapp vor dem Bruder und das auf diesem Niveau, das ist etwas ganz Besonderes», sagte Matthias Kyburz und erkannte: «Andreas drückt, und das freut mich natürlich ganz besonders.» Neu indes sind dessen Fortschritte nicht. Bereits die erstmalige Qualifikation vergangenen Sommer für die Weltmeisterschaften war eine Folge davon.

Und für Matthias Kyburz war es ein besonderer Augenblick, als er beim zweitletzten Kontrollposten vom Speaker hörte, dass er nur 3 Sekunden vor seinem Bruder lag. Er, der Weltcup-Leader, war auch als Zweiter hinter Hubmann zufrieden. «Fehler vermeiden und die Sicherheit etwas stärker gewichten» war seine Strategie vor dem Start gewesen. Das ist ihm geglückt. Und schafft er dies auch heute im Abschlussrennen, dem Sprint in Baden, dürfte ihm der zweite Weltcup-Gesamtsieg nach 2012 nicht mehr zu nehmen sein.

Das beste Rennen der Karriere

Trotz der Niederlage gegen den Bruder war die Freude bei Andreas Kyburz noch grösser. «Das war eines meiner besten, wenn nicht gar mein bestes Rennen», strahlte er. «Genau so, wie er sich das ausgemalt hatte», sei es gewesen, «laufen wie am Schnürchen». Allerdings nicht ganz von Beginn an. Beim ersten Kontrollposten geriet er «zu weit nach rechts». Da kam er «ins Zittern». Gross war der eingehandelte Zeitverlust allerdings nicht, und weil er «Pfupf in den Beinen» verspürte und stets in einem tollen Fluss unterwegs war, glückte das Topergebnis.

Hertner und Merz komplettieren Schweizer Triumph

Und es folgten weitere Schweizer, genauer, weitere Nordwestschweizer. Platz 4, nur fünf Sekunden hinter Andreas Kyburz, erkämpfte sich der Pratteler Fabian Hertner, und 54 Sekunden hinter Hubmann lief Matthias Merz als Fünfter ins Ziel. Merz, bei seinem zweitletzten Einsatz auf höchster Stufe: «Technisch liefs ausgezeichnet, aber ein Zwick in den Oberschenkel verhinderte fortan das Ans-Limit-Gehen.» Nicht auf Touren (32.) kam mit Matthias Leonhard,t ein anderer Aargauer Ex-Weltmeister.