FC Aargau
Die Fusion der grossen Aargauer Fussballklubs - bleibt sie für immer ein Traum?

Auf dem Papier die Musterlösung, in der Realität kaum vorstellbar. Der Zusammenschluss von FC Aarau, FC Wohlen und FC Baden bleibt wohl für immer eine Träumerei.

Sebastian Wendel
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Bislang begegnen sich der FC Aarau und der FC Wohlen als Gegner auf dem Platz - bleibt das für immer so?

Bislang begegnen sich der FC Aarau und der FC Wohlen als Gegner auf dem Platz - bleibt das für immer so?

Freshfocus

Neben dem FC Wohlen, der schon auf dem Sterbebett liegt, hat der Aargauer Spitzenfussball ein weiteres Problemkind: den FC Aarau. Dieser ist zwar finanziell gesund, hat aber mit dem anhaltenden sportlichen Absturz und einem grossen Zuschauerschwund zu kämpfen. Um langfristig eine attraktive Perspektive im Profifussball zu haben, ist der FCA auf eine moderne Infrastruktur angewiesen. Die Hoffnungen, dass das ersehnte Stadion im Aarauer Torfeld Süd zeitnah gebaut wird, hat die Bauherrin HRS mit ihren kürzlich präsentierten Plänen zerschlagen: Sie will erst mit dem Stadionbau beginnen, wenn sie gleichzeitig rundherum vier Hochhäuser errichten darf. Eine jahrelange Einsprachen-Flut bis vor Bundesgericht scheint sicher.

Zu den neusten Entwicklungen hat Wohlens Ehrenpräsident René Meier eine klare Meinung: «Für mich ist das das Todesurteil für den FC Aarau.» In Meiers Augen wird es in absehbarer Zeit im Kanton Aargau keinen Profifussball mehr geben, sollten sich die Dinge nicht schnell und drastisch verändern.

Womit wir wieder einmal beim ewig besungenen Lied des «FC Aargau» wären. Jetzt, wo es nur einen Profiklub im Aargau gibt – wäre ein «FC Aargau» jetzt eine Option? «Am Reissbrett ist der Zusammenschluss von Aarau, Wohlen und Baden eine wunderbare Lösung», sagt Meier, «aber ob sie umsetzbar ist? Ich habe grosse Zweifel, nein, ich glaube nicht daran.»
Es gibt zwei Knackpunkte: Erstens: Nehmen die Menschen ein solches künstliches Produkt an? Anders als etwa das Wallis ist der Kanton Aargau ein zerklüfteter Kanton mit etlichen Eigeninteressen – anders gesagt: Im Fricktal kratzt es keinen, dass in Wohlen gerade der Profifussball stirbt. «Damit ein FC Aargau die Massen anzieht, braucht es jahrelange Aufbauarbeit. Ist das noch möglich in unserer schnelllebigen Welt?», so Meier fast schon rhetorisch.

Zweitens: Wer soll den Zusammenschluss des Aargauer Profifussballs finanzieren? Anders gesagt: Wer soll ein neues Stadion, ohne das nichts geht, an noch unbekannter Lage finanzieren? René Meier: «Ein solches Projekt müsste von ganz oben initiiert werden. Dafür sind wir Fussballklubs zu klein. Politik, Wirtschaft und Sportverbände müssten vorangehen.»
Der «FC Aargau»? Wohl auf ewig eine schöne Träumerei statt ein realistisches Szenario. Aber Träume sind ja immer erlaubt.