Der Start in die „Saison der Bewährung“ nach dem Bronzemedaillen-Gewinn von Sotschi fiel an der International Chablais Hockey Trophy, dem Heimturnier in Monthey, mehr als harzig aus. Die ohne eine ganze Reihe von Langzeitverletzten und im Ausland engagierten Spielerinnen angetretenen Schweizerinnen verloren bei der Premiere des neuen Nationaltrainers Gian-Marco Crameri überraschend gegen Frankreich und die Slowakei und blieben einzig gegen Deutschland im Penaltyschiessen siegreich. Für den ehemaligen Internationalen Gian-Marco Crameri kein Grund zur Beunruhigung, denn er hatte die November- und Dezemberturniere zu einer „Findungs- und Entwicklungsphase“ erklärt, während der ein breites Kader getestet werden sollte. Mit dem Turniersieg am letzten Wochenende in Amiens und den Siegen gegen Frankreich (im Penaltyschiessen), Norwegen und Tschechien haben die Schweizerinnen den Fehlstart von Monthey korrigiert.

Die zur besten Spielerin des Olympiaturniers gewählte Reinacher Torfrau Florence Schelling kam dabei gegen Frankreich und Tschechien zum Einsatz. Die Zwillinge Julia und Stefanie Marty bereiteten „im Doppelback“ drei Tore vor und liessen sich in drei Spielen drei Assists gutschreiben. Verteidigerin Sandra Thalmann, die sich im Frühling einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, war in Amiens noch nicht dabei und wird ihr Comeback in der Nati am 6-Nations-Cup geben. In Füssen wird Nati-Trainer Gian-Marco Crameri erstmals auch Phoebe Staenz (Yale University) zur Verfügung stehen. Aus dem Olympiateam fehlen nach wie vor Sara Benz (verletzt), Kathrin Nabholz und Angela Frautschi (beide Rücktritt) sowie Jessica Lutz und Nicol Bullo (beide Beruf/Nati-Pause).

Olympia-Revanche gegen Schweden

In Füssen steht gleich im ersten Turnierspiel eine Neuauflage des Olympia-Bronzespiels zwischen Schweden und der Schweiz auf dem Programm (3. Januar, 1830 Uhr). Dieses Spiel hat für Stefanie Marty eine doppelte Bedeutung, denn neben dem Revanchecharakter wird sie – und auch Schwester Julia – auf ehemalige und neue Mannschaftskolleginnen des schwedischen Meisters Linköping treffen. Stefanie wird nach dem Turnier wieder nach Schweden wechseln und für Linköping, das die Rangliste der schwedischen Rikserien erneut anführt, spielen. Im zweiten Gruppenspiel treffen die Schweizerinnen am 5. Januar (1800 Uhr) auf Dauergegner Deutschland. Das Turnier wird am 6. Januar mit einem Platzierungsspiel beendet, mögliche Gegner sind Finnland, Kanada U22 oder Russland.