Eishockey
Die Frau mit dem Torinstinkt

Stefanie Marty kann auf ein erfolgreiches Olympia-Jahr zurückblicken. Anfang dieses Jahres schoss sie die Schweiz in Vancouver mit ihren neun Toren auf den fünften Rang.

Mirco Klaus
Merken
Drucken
Teilen
Mit zwei Toren und vier Assists hatte Stefanie Marty massgeblichen Anteil am Erfolg der Schweizerinnen am Christmas Cup in Sursee.

Mit zwei Toren und vier Assists hatte Stefanie Marty massgeblichen Anteil am Erfolg der Schweizerinnen am Christmas Cup in Sursee.

Aargauer Zeitung

«Es ist fantastisch, wieder in der Heimat zu sein. Ich geniesse den Schnee, die gute Luft, das gute Essen und natürlich die Zeit mit den Freunden und der Familie», so die 22-Jährige. Vor gut drei Jahren hat Stefanie Marty das überschaubare Nussbaumen in Richtung New York verlassen. Dort studiert sie an der Universität in Syracuse Finanzwissenschaften. Und daneben spielt sie in der Universitäts-Liga Eishockey. Viel Eishockey. «Ich habe hier an der Universität die Möglichkeit, Studium und Eishockey perfekt aufeinander abzustimmen. So kann ich täglich auf dem Eis stehen und trotzdem alle Vorlesungen besuchen», so Stefanie Marty.

Was in der Schweiz undenkbar gewesen wäre, wurde dank dem Auslandstudium möglich. «Ich musste mich damals entscheiden. Entweder setze ich voll auf die Ausbildung und studiere in der Schweiz – dann hätte ich das Eishockey vernachlässigen müssen. Oder ich nehme ein Stipendium an und verlasse die Heimat, um meinen Traum leben zu können», so Stefanie Marty.

Die Entscheidung hat sich ausbezahlt. An den Olympischen Spielen Anfang dieses Jahres in Vancouver schoss sie die Schweiz mit ihren neun Toren auf den fünften Rang. «Die Olympischen Spiele in Vancouver waren das grosse Highlight in diesem Jahr. Einen Monat leben wie Profis. Wir mussten uns um nichts kümmern, alles war perfekt organisiert. Und vor über 1000 eishockeyverrückten kanadischen Fans zu spielen, war eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.»

Grosse Vorfreude auf Heim-WM

Doch so schön die Erfolge auch sind, das Heimweh konnte sie nie ganz ablegen. «Es gibt gewisse Dinge, die mir in den USA enorm fehlen. Schokolade und Käse zum Beispiel gehören hier nicht gerade zu den Spezialitäten. Und natürlich vermisse ich auch Freunde und Familie.» Umso schöner ist es für die Nussbaumerin, dass sie die Festtage mit der Familie verbringen kann.

Aber sie kann die Zeit nicht nur mit der Familie verbringen – das Eishockey ruft. Am Sonntag gewann sie mit der Schweiz den Christmas Cup in Sursee und nach Weihnachten muss sie wieder einrücken ins Trainingscamp der Nati. Die Heim-WM im April steht vor der Tür: «Die WM wird grossartig. Wir wollen mit gutem Eishockey der Schweiz zeigen, dass Frauenhockey mehr Aufmerksamkeit verdient hat, und ich hoffe, dass die WM einen kleinen Boom auslösen wird.»