Eiskunstlaufen

Die «Flügeli» sind flügge geworden

Trainingssequenzen des Eislaufclub Mittelland

Trainingssequenzen des Eislaufclub Mittelland

Der Eislaufclub Mittelland hat sich in den letzten zehn Jahren zur Nummer 1 im Aargau gemausert. Nicht weniger als sechs Läuferinnen und ein Läufer nehmen an Schweizer Meisterschaften teil.

Es ist eine motivierte Truppe, das spürt man im ersten Augenblick. Das Team des Eislaufclubs Mittelland (ECM) hat in den letzten zehn Jahren im oberen Wynental erstaunliches geleistet. Anerkennung gibt es sogar aus einer Richtung, aus welcher dies selten geschieht.

„Die machen das richtig gut", sagt Eismeister Peter Küng, als Ex-Präsident des Hockeyclubs Reinach und als international tätiger Schiedsrichter mit Haut und Seele dem Eishockey zugetan. Meistens werden die Eiskunstläufer von den Eishockeyanern belächelt. Fertig lustig ist spätestens dann, wenn es um kostbare Trainingszeit auf dem Eis geht.

Auch in Reinach mussten die Mitglieder des ECM um Anerkennung kämpfen. Vor 2001, als sie sich noch Wynentaler Eissterne nannten, waren sie ohnehin ein marginales Nischenprodukt. Man nannte sie „Flügeli". Heute sind sie mit knapp 80 aktiven Läuferinnen und Läufern und 7 Teilnehmern an Schweizer Meisterschaften der grösste und erfolgreichste Klub im Aargau. „Die Flügeli sind flügge geworden", sagt die engagierte Präsidentin Babs Bürgin.

Genügend Eiszeit, um an sechs Tagen trainieren zu können, haben die Wynentalerinnen. Und mit Cristiana Fiacco eine Toptrainerin. Nur etwas fehlt beim Eislaufclub: Männer. Obwohl Brenda Weisskopf, 20-jährige Kaderläuferin und Jungtrainerin, sagt: „Es ist schade, denn ich finde Männer-Eiskunstlauf spannend und attraktiv". Umgekehrt ist es wohl für Marco Stadelmann, dem einzigen männlichen Mitglied der Elitetrainingsgruppe, auch attraktiv, Hahn im Korb zu sein.

Hauptanteil am sportlichen Erfolg kommt Profitrainerin Fiacco zu. Die 29-Jährige aus Baden stiess vor acht Jahren vom Eislaufclub Wettingen ins Wynental. „Es war reizte mich, etwas nach meinen eigenen Vorstellungen aufzubauen", sagt sie. Und Präsidentin Bürgin ergänzt lobend: „Wir staunen selbst, wie erfolgreich dies passiert ist." Noch wichtiger ist der gebürtigen Holländerin aus Gontenschwil „die gute Stimmung", die im Team herrscht , „die Kinder sind zufrieden bei Cristiana".

Das kann Brenda Weisskopf bestätigen. Sie selber kam zusammen mit der Trainerin von Wettingen zu Reinach. Heute hat sie beim ECM eine Vorbildfunktion. „Die jungen Läuferinnen wollen werden wie Brenda und nicht wie Sara Meier", sagt die Präsidentin.

Bürgin ist wie alle fünf Vorstandsmitglieder als Elternteil in den Verein gerutscht. „Ohne den Einsatz von Mütter und Väter ist es nicht möglich, Eiskunstlauf zu betreiben", erklärt Trainerin Fiacco und denkt nicht nur an das finanzielle Engagement. „Es braucht viel Unterstützung und einiges an Verzicht", sagt Brenda Weisskopf, die es wissen muss. Auch ihre zwei Schwestern sind aktiv beim ECM dabei, die Eltern also dreifach gefordert.

„Mein Vater sagt zum Spass, ohne Eiskunstlauf könnte er sich jedes Jahr ein neues Auto kaufen", schmunzelt Brenda. Nur können Autos keine solch bezaubernden Pirouetten drehen. Sollten sie zumindest nicht.

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