Totomat #12

Die FC-Aarau-Kolumne: Wenn die Halbzeitpause ruft

Das Pausenbier war Hauswirth schon immer eine der liebsten Traditionen im Brügglifeld.

Das Pausenbier war Hauswirth schon immer eine der liebsten Traditionen im Brügglifeld.

In der Kolumne «Totomat» erzählen wir Geschichten und Erlebnisse von FCA-Fan Hauswirth und seinen Freunden rund um ihren Lieblingsklub.

Von allen Traditionen, die Hauswirth und seine Fussballfreunde im Brügglifeld zelebrieren, ist ihm das Pausenbier die liebste (abgesehen vom «Sweet Caroline», aber dieses Lied, gespielt nach jedem Heimsieg, liegt ja nicht in den Händen der Fans). Sie gehen immer etwas früher, um die 40. Minute, und sie gehen rüber zum Restaurant Sportplatz. Im Sommer für eine Flasche Bier, im Winter für ein Kafi Lutz. Dazu die Manöverkritik der ersten Spielhälfte. Keine Frage: Hauswirth mag die Halbzeitpause.

Halbzeit ist auch jetzt, Winterpause, Weihnachtszeit. Und Hauswirth geht es gut. Mit sieben Spielen ohne Niederlage besiegelten seine Aarauer das Jahr, sechs davon haben sie gewonnen. Sechsmal «Sweet Caroline», im Stadion, oder nach Auswärtsspielen zum Dessert auf Spotify. Nur acht Punkte beträgt der Rückstand auf die Barrage – was für eine Wende nach diesem elenden Saisonstart. Was wäre Hauswirth damals, im Spätsommer, fast vom Glauben abgefallen. Und wie glücklich ist er jetzt, dass er das nicht tat. Er liest in der Zeitung, wie Roger Geissberger sagt, er träume von einem Platz unter den ersten 3. Hauswirth ist da etwas konkreter: Er träumt jetzt von Rang 2. GC hiesse aktuell der Barrage-Gegner.

Hauswirth freut der starke Schlussspurt vor Weihnachten besonders für Patrick Rahmen, den Trainer. Er freut sich für die Klubleitung, die trotz der ganzen Pleiten nicht nervös geworden ist und den gemütlichen Basler nicht vom Hof jagte. Er würde es Alfred Schmid und Roger Geissberger (und sich selbst und allen anderen Fans) gönnen, erlebte die unwahrscheinliche Saga um das neue Stadion 2019 doch noch ein Happy End.

Hauswirth freut sich auch für Schneuwly, den sie Königstransfer nannten und der dann viel zu lange doch nicht traf – aber schliesslich Vaduz mit einem «Was-für-ein-Tor!»-Tor erledigte. Er freut sich für Maierhofer, der mit seinen Treffern zum Höhenflug beitrug. Den baumlangen Major aus Wien mochte er so wie einst Unnerstall, den Torhüter aus dem Kohlepott. Er freut sich für Jäckle, den UrAarauer, der längst zum Leader dieser Mannschaft geworden ist und kürzlich sein 200. Spiel für den FCA bestritt. Und er leidet mit Peralta, diesem Pechvogel vor dem Herrn, der schon wieder am Knie verletzt ist. Zum gefühlt 387. Mal.

Gerade Jäckle und Peralta: Sie stehen symbolhaft für dieses seltsame 2018 mit all seinen Wechselbädern.

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