Hauswirth sass mit Küre im Biergarten. Vor sich ein grosses, kühles Pils und Frikadellen mit Bratkartoffeln. Mit der Abenddämmerung kam eine kleine Brise auf; langsam verzog sich die Bullenhitze aus den Häuserschluchten von Berlin.

Frohgemut biss Hauswirth in seine Frikadelle. Sein Kumpel bearbeitete sein Handy. Plötzlich verzog Küre seinen Mund zu einem maliziösen Lächeln, streckte Hauswirth das Handy unter die Nase. Hauswirth konnte nicht glauben, was er da las: Aarau - Kriens 0:2.

Von diesem Augenblick an war Hauswirth froh, hatte er sich von seinem Kumpel überreden lassen, nach Berlin zu fahren. Anstatt auf den Betonrampen des Brügglifeld zu stehen, drei Stufen unter dem Totomat, dort, wo er fast immer steht, wenn der FCA im Brügglifeld spielt, sass er jetzt weit weg in einem Biergarten. Seine Stimmung aber war auf einen Schlag auf dem Nullpunkt, wie die Bilanz des FCA: Drei Spiele, 0 Punkte, 1:7 Tore.

Küre versuchte, das Thema zu wechseln. Denn zuvor, auf dem Flug nach Berlin, wäre es beinahe zum Streit zwischen den Kumpels gekommen. Küre, ein FCZ-Fan, sagte zu Hauswirth: «Du weisst, dass dieser Schneuwly der teuerste Spieler in der Challenge League ist.» – «Hä», blaffte Hauswirth zurück. «Wie war das vor zwei Jahren, als der FCZ mit einem 20-Millionen-Budget durch die Nati B gesurft ist. Die FCZ-Spieler hatten doch alle Nati-A-Verträge.»

Tags darauf fuhren die beiden tief in Berlins Osten nach Köpenick. Dort, in einem Waldgebiet, steht die Alte Försterei, das Stadion von Union Berlin. Küre wollte sich das Trainer-Debüt von Urs Fischer bei Union Berlin nicht entgehen lassen. Fischer ist sein Idol. «Unser Captain», sagt Küre. 

Das Spiel war schlecht, der Ball oft in der Luft gegen Erzgebirge Aue. Aber diese Stimmung, dieser Schlachtruf: «Eisern Union», hallte es durch die Alte Försterei. Hauswirth geriet in Euphorie. Kurz vor Schluss fällt das 1:0. Hauswirth brüllte mit: «Eisern Union.» Fussball kann so wunderbar sein, wenn man nur nicht stets an den FCA denken müsste.