Totomat #7

Die FC-Aarau-Kolumne: Gedanken an Sporting Aarau

Der FC Aargau: Eine nie endende Diskussion.

In der Kolumne «Totomat» erzählen wir Geschichten und Erlebnisse von FCA-Fan Hauswirth und seinen Freunden rund um ihren Lieblingsklub.

Für einmal stand Hauswirth bei einem Heimspiel des FC Aarau nicht auf seinem Stammplatz, auf der Betonrampe, drei Stufen unter dem Totomat, sondern er sass feudal auf der Tribüne. Für das Testspiel gegen den FC Baden bot der FCA grosszügig freien Eintritt.

Dennoch fragte sich Hauswirth nach dem 3:1-Sieg gegen den Tabellenzweiten der 1. Liga, was um Himmels willen er von diesem Match erwartet hatte. Er musste hinterher im Restaurant Sportplatz bei Marica einen zweiten und auch noch einen dritten Kafi Luz ordern, um das klägliche Gekicke zu verarbeiten.

Das also hat der Aargau zurzeit in Sachen Spitzenfussball zu bieten, sinnierte Hauswirth und liess sich vom Duft des Birnenschnaps benebeln. In den Medien kommt immer wieder mal das Thema «Fusion» auf, meistens dann, wenn den Journalisten zur Misere nichts mehr einfällt. Selbst Politiker haben dieses Thema schon aufgenommen und es gleich wieder versanden lassen.

Der FC Baden ist zurzeit bemüht, seine Schulden von 350 000 Franken abzubauen, wie er auf seiner Homepage proklamiert. Wie es finanziell um den FC Wohlen steht, wissen wohl nicht einmal die Freiämter genau, und was mit dem FCA passiert, wenn der Präsi, Vizepräsi, Finanzchef und Marketingchef im nächsten Frühling zurücktreten, steht in den Sternen. Wenn sich drei Verlierer zusammentun, steigt wie Phönix aus der Asche ein Sieger hervor?

Dabei gab es in der Geschichte des FC Aarau bereits einmal eine Fusion. Das wissen nur noch die wenigsten. Aber Hauswirth weiss es. Der Bruder seiner Mutter spielte damals als Centerhalf bei Sporting Aarau. Zu dieser Zeit war Hauswirth noch gar nicht auf der Welt. Der Sporting-Club Aarau, wie er genau hiess, spielte nie höher als 2. Liga, war aber ein geselliger, beliebter Club und trug seine Heimspiele im Schachen aus. Seine Klubfarben waren Blau-Weiss. Er hatte auch eine Tischtennis-Sektion. 1957, 27 Jahre nach der Vereinsgründung, fusionierte Sporting mit dem FCA, weil ihm das Geld ausgegangen war. Und Sporting verschwand für immer.

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