Hauswirth war im Hoch. Nicht wegen seines FC Aarau selbstverständlich, der bereitet ihm ungebrochen Bauchschmerzen. Das 1:2 am Wochenende in Vaduz lag ihm auf dem Magen und eigentlich auch das 3:1 davor gegen Schaffhausen. Klar: der erste Sieg der Saison. Aber: wie denn? Es brauchte ja nicht weniger als drei Platzverweise gegen die Gäste, damit selbst die Aarauer endlich einmal gewinnen. Zwei Worte waren Hauswirth dazu eingefallen: Ach, herrje.

Das Auswärtsspiel in Vaduz liessen Hauswirth und seine Freunde nicht zuletzt deshalb aus. Jeden Quatsch braucht man sich in seinem Alter nun wirklich nicht mehr anzutun.

Nein, im Hoch war Hauswirth wegen seiner eigenen fussballerischen Aktivität. Mehr schlecht als recht tritt er ja selbst gerne gegen den Ball, bei den Veteranen, die jetzt nicht mehr Veteranen heissen (und natürlich nie Fetteranen geheissen haben), sondern Senioren 40+. Soll wohl jünger klingen, ist es aber nicht – der Altersschnitt im Team von Hauswirth ist selbst aus 40+-Optik beachtlich hoch. Dafür hält sich bislang der Erfolg eher im engen Rahmen.

Aber das ändert sich jetzt, vielleicht. Im Sommer ist es dem Trainer gelungen, einen Jungspund zum Mitmachen zu überreden. Eben erst ist der 40 geworden, frisch geschlüpft, und mit seiner Jugendlichkeit verstärkt der die Abwehr so gut, dass Hauswirth und seine Fussballfreunde nun plötzlich Spiel um Spiel gewinnen. Manchmal kann ein einziger Input kann Berge.

Also sprachen sie kürzlich im Bier miteinander über die Wichtigkeit von Transfers (und dabei wurde unweigerlich Sandro Burki zum Thema). Und Hauswirth dachte nach, welches seine liebsten Neo-Aarauer waren. Ihm kam Charly Herberth in den Sinn und Wynton Rufer, und gerade wegen Rufer neckt er seinen Freund Küre, den FCZ-Fan, noch heute regelmässig und gerne: Wie die Zürcher den Stürmer damals gehen lassen konnten, ist für Hauswirth unbegreiflich. Aber ganz besonders gern erinnert er sich an Ratinho. Keinen Spieler im Aarau-Dress hat er je so vergöttert wie die Zaubermaus. Und so überlegte Hauswirth fieberhaft: An wen von all diesen vielen FCA-Transfers des Sommers 2018 würde man sich später gerne erinnern? Es kam ihm beim besten Willen niemand in den Sinn.