Jetzt sitzen sie auf dem grünen Rasen mit starrem Blick und können es kaum fassen. Der Schiedsrichter hat gerade das Spiel abgepfiffen und die FC Aarau Frauen verlieren klipp und klar 1:4 auswärts gegen Yverdon. Dabei war man vor dem Spiel so voller Motivation, so voller Selbstvertrauen und so voller Hoffnung, endlich den Anschluss an Yverdon und damit den siebten Platz zu schaffen.

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Oft hörte man in dieser Saison den Satz «Wir haben gut mitgespielt und trotzdem verloren.» Und: «Das Resultat widerspricht der Leistung auf dem Platz.» Heute nicht. Heute ist der Wortlaut ein ganz anderer. FCA-Trainer Andreas Zürcher sagt nach dem Spiel: «Mit solch einer Leistung haben wir es nicht verdient in der NLA zu bleiben.» Er hat recht. Die FC Aarau Frauen spielten am Samstagabend in der Romandie ihr mit Abstand schlechtestes Spiel in dieser Saison. Kaum ein Pass fand sein Ziel. Kaum ein Zweikampf wurde gewonnen und in der Defensive und im Spielaufbau wurden erbärmliche Fehler gemacht.

Was die FCA-Frauen aber an diesem tragischen Abend am meisten vermissen liessen, war der Wille. Der Wille, das Spiel zu gewinnen oder mindestens vernünftig mitzuspielen zu wollen. «Ich kann mir das eigentlich gar nicht erklären», sagt Zürcher enttäuscht nach dem Spiel. Man habe immer versucht dem Gegner unter Druck zu setzen in dieser Saison. Aber heute – heute sei von dem gar nichts dabei gewesen.

Nur fünf gute Minuten

Das Unheil begann bereits 31 Sekunden nach Anpfiff, als Aarau bereits das erste Gegentor hinnehmen musste. Und zu diesem kuriosen Spiel passte auch, dass Aarau nur wenige Sekunden später das 1:1 schoss. Eigentlich hätte das doch Selbstvertrauen geben müssen, dass es klappt mit dem Toreschiessen.

Stattdessen zog sich Aarau komplett zurück in die eigene Platzhälfte und liess Yverdon schalten und walten. Wenig überraschend, dass Yverdon dann in der 23. Minute wieder in Führung ging. Das einzige Mal, wo Aarau zeigte, dass sie durchaus eigentlich mithalten können mit Yverdon, war in den letzten fünf Minuten vor der Halbzeit. Aber das ist viel zu wenig.

Jetzt braucht es ein Wunder

Nach der Pause krönte ein unglückliches Eigentor von Céline Roth den pechschwarzen Abend für Aarau. Es war aber die 60. Minuten, die das ganze Spiel in nur einer Szene so passend beschrieb. Michelle Stierli wusste als letzte Spielerin nichts so genau, was mit dem Ball anzufangen und verlor ihn an die heranbrausende Stürmerin. Diese konnte allein auf das Tor losziehen. Quasi als Begleitschutz standen ihr zwei Aarauer Verteidigerinnen zur Seite, die überhaupt kein Anstand machten, die Stürmerin an ihrer Chance zu hindern – sie schauten nur zu wie Nkamo den Ball ins Tor schlenzte.

Jetzt liegt Aarau sechs Punkte hinter Yverdon und dem rettenden siebten Platz. Wollen die Aarauerinnen, den Ligaerhalt doch noch schaffen, braucht es fast ein Wunder – und eine riesige Leistungssteigerung. Sieben Spiele bleiben ihnen noch.

FC Yverdon Féminin - FC Aarau Frauen 4:1 (2:1)

Stade Municipal. – 326 Zuschauer. – Tore: 1. Riat 1:0. 3. Tamburini 1:1 (Eigentor). 23. Nkamo 2:1. 54. Roth 3:1 (Eigentor). 60. Nkamo 4:1.

Yverdon: Zurkinden; Spälti (82. Wüthrich), Tamburini, Annaheim, Pajovic; A. Fallet, Riat (72. L. Fallet); Schneuwly (67. Müller), Krasniqi, Staffoni; Nkamo.

Aarau: Schneider; Tiller (65. Schwaller), Stierli, Sylvestre, Abbühl; Grüter (46. Gloor), Imboden (46. Roth), Zürcher, Jenzer; Erne, Höltschi.

Bemerkungen: Aarau ohne Villiger, Lahmici (beide verletzt) und Do Sul (Familie). 80. Minute: Schneider pariert Foulelfmeter.