Ringen
Die entfesselten Freiämter sind auf Meisterkurs

Die Ringer aus dem Freiamt sind zurzeit nicht zu schlagen. Die euphorisierte Mannschaft kämpfte im ersten Finalkampf Kriessern mit ganzen sechs Junioren und einem fehlendem Thomas Wild 18:15 nieder.

Wolfgang Rytz
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Freiamts Schwingerass Pascal Gurtner (oben) hielt den Kriessener Sandro Moser gut unter Kontrolle und gewann mit 3:1 Wertungspunkten.

Freiamts Schwingerass Pascal Gurtner (oben) hielt den Kriessener Sandro Moser gut unter Kontrolle und gewann mit 3:1 Wertungspunkten.

WR

Die Aufstellung sprach für Kriessern, weil Freiamts Siegesgarant bis 57 kg, Thomas Wild, fehlte. Aber wieder setzten die Aargauer früh Nadelstiche, die den Gegner zermürbten. Vor 1300 Zuschauern, die für eine ohrenbetäubende Stimmung sorgten, gelang Michael Bucher im dritten Mattenduell der Exploit. Der auf 61 kg abgehungerte Merenschwander schulterte den aktuellen Schweizer Meister Marc Dietsche.

Die zwei jungen Freistilspezialisten mussten auf griechisch-römisch umstellen. Dies gelang dem 17-jährigen Freiämter besser. Schon in der ersten Minute erwischte Bucher den Sohn von Trainer Hugo Dietsche mit einem Hüfter. Als sich dieser nach zwei Minuten wundersam aus dem Griff herauswand, doppelte der Aargauer nach und legte den entkräfteten St. Galler Rheintaler flach.

«Das war doppelt schlimm für uns», schüttelte Kriesserns Trainer den Kopf. Nicht nur er hatte sich den Start anders vorgestellt. «Wir gewannen die ersten beiden Kämpfe zu knapp und lagen dann 4:6 hinten.» Buchers Vierer belastete Kriessern entscheidend, wie sich später zeigte.

Andrej Malzews Idee

Freiamt führte 11:5 zur Pause. Die Entscheidung liess nach Wiederbeginn nicht lange auf sich warten. Greco-Nationaltrainer Andrej Malzew hatte Trainer Murer mit dem Wunsch überrascht, gegen den Internationalen Damian Dietsche anzutreten. Eine knappe Niederlage hätte dem Team bereits geholfen. Doch der 41-jährige Ukrainer setzte sich in den Kopf, den Kriessener Siegringer zu schlagen. Der bullige Oldie zermürbte seinen Gegner mit stilsicherem Standkampf und verdiente sich in der zweiten Runde beim Stande von 2:2 tatsächlich den entscheidenden Verwarnungspunkt gegen Damian Dietsche.

Nicht minder abgeklärt gewann nachher Malzews einstiger Olympia-Athlet Pascal Strebel 8:0 gegen Kriesserns Kamikaze-Greco-Ringer David Hungerbühler. Freiamt führte nun 16:6. Wohl gelang den Ostschweizern in den letzten drei Mattenduellen eine Rehabilitation. Aber den Gesamtsieg bejubelten die Aargauer mit einem Total von 18:15.

«Obwohl nicht alles optimal gelaufen ist, haben wir uns mit sechs Junioren im Team durchgesetzt», freute sich Murer über die Belohnung für seine gewagte Aufstellung. Selbst wenn Hugo Dietsche behauptet, sein Team sei auswärts stärker, spricht nun alles für einen Freiämter Titelgewinn am nächsten Samstag. Aber Präsident Ralf Bucher warnt: «Wir dürfen nicht überheblich werden. Der zweite Final beginnt wieder bei null.»

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