Judo
Die Emotionen kochen trotz klarem Brugger Sieg hoch

Die Brugger bezwingen in der NLA den Aufsteiger aus dem Jura wie schon in der Hinrunde mit 10:4 souverän. Der letzte Kampf sorgte allerdings für Diskussionen.

Merken
Drucken
Teilen
Bruggs Nils Stump (in Weiss) verliert nach langer Dominanz.

Bruggs Nils Stump (in Weiss) verliert nach langer Dominanz.

Alexander Wagner

Im letzten Kampf der Begegnung zwischen Brugg und Judo Jura war das 15-jährige Leichtgewicht Siro Stump, der die erste Saison mit dem amtierenden Schweizermeister bestreitet, auf Siegeskurs. Immer wieder setzte er unter den begeisterten Anfeuerungsrufen seiner Teamkollegen und der Brugger Fans seinen Gegner derart unter Druck, dass dieser von der Matte flüchten musste.

Doch 40 Sekunden vor Schluss leistete sich der in Führung liegende Stump einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit. Blitzschnell war der Jurassier an seinem Hals und zwang ihn mit einer Würgetechnik zur Aufgabe. Während mehr als vier Minuten war Stump überlegen, doch in wenigen Sekunden wendete sich das Blatt. So schnell kann es gehen.

Der Sieg war lediglich Resultatkosmetik, denn auch so ging sowohl die Hin-, wie auch die Rückrunde mit 10:4 Siegpunkten an die Heimmannschaft. Dieser Pflichtsieg des Schweizermeisters gegen den NLA-Neuling Jura gelang trotz einer von Abwesenheiten und Verletzungen geschwächten Mannschaft.

Technisch hochstehend

Den Zuschauern wurde bereits zu Beginn der Begegnung Judo vom Feinsten geboten. Sowohl Damian Waser wie auch Martin Nietlispach beförderten ihre Gegner bereits nach wenigen Sekunden flach auf die Matte - mit derselben spektakulären Kontertechnik.

Weiter konnten Benar Baltisberger und Elias Wenzinger mit Würgetechniken weitere Punkte nach Brugg holen. Wenzinger gelang dies sogar zwei Gewichtsklassen höher als er üblicherweise kämpft. Patrick Mele fegte in der Gewichtsklasse bis 100 kg seinen Westschweizer Gegner regelrecht von der Matte. Den Gästen blieben damit nur Siege in der leichtesten und in der schwersten Gewichtsklasse (bis 60 kg und über 100 kg).

Gleiche Paarungen

In der Pause versuchten beide Mannschaften, die Taktik ihres Gegenübers vorauszuahnen und ihre Kämpfer in der Gewichtsklasse antreten zu lassen, in der sie sich einen Vorteil versprachen. Als Resultat standen sich in nur gerade zwei Gewichtsklassen dieselben Gegner gegenüber wie in der Hinrunde.

Den ersten Sieg sicherte sich Fabian Rölli mit einer starken taktischen Leistung. Weiter stach Stefan Hüssy heraus, der in der Gewichtsklasse bis 66 kg seinen Gegner mit einem Wirbel von Attacken eindeckte, so dass dieser während der gesamten Kampfzeit kaum einmal selbst aktiv werden konnte.

Grossklaus hat es eilig

Das schnellste Ippon und damit der schnellste Sieg ging an Gabriel Grossklaus, dessen Gegner sich nach wenig mehr als 10 Sekunden auf dem Rücken wiederfand. Eine Selbstfall-Technik von Grossklaus hat ihngleich beim ersten Angriff überrascht.

Nach zwei weiteren Siegen von Waser und Nietlispach sowie der zwei knappen Niederlagen endete auch diese Runde mit 10:4-Siegpunkten für Brugg. In der nächsten Runde wartet der SC Nippon Bern auf die Brugger Judokas.