Eishockey
Die drei Playoff-Lückenbüsser aus dem Aargau

Drei Aargauer sammeln beim EV Zug tröpfchenweise Playoff-Erfahrung. Patrick Zubler, Cédric Schneuwly und Matthias Rossi. Gross zum Einsatz kamen sie bis jetzt aber nicht. Die drei Cracks standen zusammen gut 37 Minuten auf dem Eis.

Marcel Kuchta
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Vereint in ihrem Schicksal: Patrick Zubler, Matthias Rossi und Cédric Schneuwly (von links).

Vereint in ihrem Schicksal: Patrick Zubler, Matthias Rossi und Cédric Schneuwly (von links).

Raphael Biermayr

Patrick Zubler (20), der Verteidiger aus Aarau, durfte in der Viertelfinal-Serie gegen den EHC Biel genau einmal aufs Eis. Der Gränicher Stürmer Cédric Schneuwly (19) durfte in drei der bisher acht Zuger Playoff-Partien während je knapp drei Minuten ran. Der Menziker Matthias Rossi (21) stand in sechs Partien jeweils knapp fünf Minuten auf dem Eis.

Das Aargauer Trio bekam die Playoffs quasi in homöopathischer Form verabreicht: Tröpfchenweise. Das Zuger Trainerduo Doug Shedden / Waltteri Immonen ist nicht dafür bekannt, den jungen Spielern allzu viel Vertrauen zu schenken. Deshalb sind für die drei Aargauer Jungs die wenigen Einsätze schon fast das höchste der Gefühle. Für Patrick Zubler und Cédric Schneuwly war oft auch einfach nur zuschauen angesagt. Selbst wenn man es auf das Matchblatt geschafft hatte, dann hiess das noch lange nicht, dass man auch tatsächlich zum Einsatz kommt. Für die drei Aargauer keine einfache Situation. Denn jeder Spieler möchte sich dann, wenn er tatsächlich mal aufs Eis darf, natürlich von seiner besten Seite zeigen. «Man muss einfach immer bereit sein, wenn plötzlich die Chance kommt», sagt Matthias Rossi.

Das ist einfacher gesagt als getan, wenn man minutenlang zur Untätigkeit verurteilt ist. «Wichtig ist, dass man die Konzentration nicht verliert», erzählt Rossi und verrät sein Rezept, wie er möglichst immer Gewehr bei Fuss zu sein versucht: «Ich stelle mich an die Bande und bin immer voll beim Spiel dabei. Zwischendurch feuere ich die Mitspieler an und versuche so, auch neben dem Eis eine Rolle zu spielen.»

Cédric Schneuwly, der Jüngste der drei EVZ-Aargauer, freut sich primär, dass er im Kreis der «Grossen» Playoff-Luft schnuppern darf und versucht, von den Mitspielern so viel wie möglich zu profitieren. «Ich kann problemlos zu einem Josh Holden gehen und ihn nach einem Rat fragen. Die Spieler nehmen sich immer Zeit», erklärt der U20-Nationalspieler, der gelernt hat, mit der oft inexistenten Kommunikation von Doug Shedden umzugehen: «Er pflegt in dieser Beziehung halt den typisch nordamerikanischen Stil.» Will heissen: Man sieht auf der Aufstellungs-Tafel, ob man spielt oder nicht.

Für Matthias Rossi ist die Situation weniger erfreulich. Der Traum vom Stammplatz in Zug ging für ihn nicht in Erfüllung. «Vor allem deshalb, weil ich meine Trainingsleistungen in den Spielen jeweils nicht umsetzen konnte», sagt Rossi. Doug Shedden formulierte diese Diskrepanz jüngst wenig schmeichelhaft in der «Neuen Luzerner Zeitung»: «In den Trainings spielt er wie Gordie Howe, in den Matchs tritt er auf wie Bozo der Clown.» Harte Worte, denen Rossi aber trotzdem beipflichten muss: «Er hat irgendwie recht. Aber es ist auch schwierig, sich bei so wenig Einsatzchancen überhaupt einmal richtig beweisen zu können», gibt er zu bedenken.

Mehr Feedback von den Trainern wünschte sich auch Patrick Zubler. Immerhin ist sein Ansprechpartner Waltteri Immonen, der für die Verteidiger zuständig ist, etwas gesprächiger als der oft bärbeissige Shedden.

Immerhin: Vereint ist das Trio in der Hoffnung, dass die Saison der Zuger nicht schon heute Abend zu Ende geht. Zuschauen ist immer noch besser, als den Garderobenkasten ausräumen zu müssen.

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