Bei den Frauen trafen mit Rotweiss Wettingen und den Black Boys aus Genf die zwei klar stärksten Teams des Landes im Final aufeinander. Entsprechend eng waren denn auch die Partien: Das Hinspiel in Genf ging mit 1:1 aus, und auch das Rückspiel auf der Bernau in Wettingen endete nach der regulären Spielzeit mit dem gleichen Resultat.

So mussten die Penalties, die neuerdings als Shootout mit Anlauf wie im Eishockey ausgetragen werden, die Entscheidung über den Meistertitel bringen. Die Wettingerinnen behielten das bessere Ende für sich und sicherten sich den siebten Meistertitel in Serie. Insgesamt wurden die Frauen zum 17. Mal Schweizer Meister auf dem Feld.

Auch bei den Männern standen sich zwei Teams aus Wettingen und Genf gegenüber. Die Rotweissen erkämpften sich im Hinspiel gegen Servette ein 3:3. Im Rückspiel sicherte sich das Team von Trainer Marcus Ventar mit einem 3:1 ebenfalls den Titel. Seit dem Jahre 2000 wurde Rotweiss 16-mal Meister, insgesamt holte der Serienmeister den Titel bereits 30-mal auf die Bernau.

«Es wird nie langweilig»

Angesprochen auf die Dominanz seiner Teams meint Präsident Beat Brunner: «Nein, ganz sicher wird es nie langweilig. Jeder Titel muss hart erkämpft werden. Und an eine Meisterfeier gewöhnt man sich nie.» Einen Zaubertrank oder eine einfache Erklärung für die zahlreichen Erfolge der Rotweissen gibt es nicht. «One team – one spirit», meint Brunner. Zum einen agieren viele Akteure im Fanionteam, welche den Krummstock quasi in die Wiege gelegt bekamen, denn schon ihre Eltern liefen für Rotweiss auf.

Beat Brunner, Präsident Rotweiss Wettingen.

Beat Brunner, Präsident Rotweiss Wettingen.

Zahlreiche Wettinger spielen seit Kindsbeinen bei den Junioren zusammen, was den Teams auch ausserhalb des Kunstrasens einen enormen Kitt verleiht. Zudem kommen immer wieder gute Spieler nach Wettingen, weil sie in ihren Vereinen zu wenige Perspektiven sehen. Und diese sind bei Rotweiss rosig: So können die Landesmeister die Schweiz jeweils bei den Europacup-Turnieren vertreten.

Nächste Prüfung steht bevor

Rotweiss hat vielleicht das grössere Budget als er Vereine. «Aber wir brauchen auch deutlich mehr Geld», betont Brunner. Weil die Wettinger regelmässig Meister werden – dies sowohl in der Halle als auf dem Feld –, stehen teilweise bis zu vier Reisen quer durch Europa zu den Europacupturnieren an. «So ein Einsatz kostet den Verein jeweils bis zu 80 000 Franken.» Die Wettinger sind aber in der komfortablen Lage, dass ihnen der heimische Kunstrasenplatz auf der Bernau selber gehört. Und schon fast als Trost: Die Dominanz von Rotweiss ist nicht total: Die Frauen haben dieses Jahr im Cup gegen Genf verloren.

Auch neben dem Feld haben sich die Rotweissen einen Namen als Organisator von grossen Turnieren gemacht. Deshalb hat der europäische Verband EHF den A-Europacup 2018 der Männer nach Wettingen vergeben. Anfangs des nächsten Jahres treffen sich die besten acht Hallenhockeymannschaften des Kontinents im Tägerhard. Es wird das grösste Turnier auf Vereinsebene, das je in der Schweiz ausgetragen wurde.

Für Rotweiss Wettingen ein wahrer Prüfstein – sowohl auf dem Parkett gegen die Topteams aus Holland, Deutschland oder Spanien als auch als Organisator dieses Riesenanlasses. Aber dank ihrer Erfahrung und dem Teamspirit werden sie auch diese Prüfung mit Bravour meistern.