Muri

Die Cousinen Julia und Michelle eifern ihren Vätern nach und reisen an die U19-EM

Michelle (links) und Julia Stierli wollen sich an der U-19-Fussball-Europameisterschaft in der Slowakei möglichst gut in Szene setzen.

Michelle (links) und Julia Stierli wollen sich an der U-19-Fussball-Europameisterschaft in der Slowakei möglichst gut in Szene setzen.

Die Cousinen Julia und Michelle Stierli aus Muri reisen mit der Frauen-Nati U-19 an die Europameisterschaft in die Slowakei.

Wenn ihre Väter, die Murianer Zwillingsbrüder Toni und Markus Stierli, etwas machen, tun sie es mit Herz und Leidenschaft. Auf dem Fussballplatz haben sie sich in ihrer Aktivzeit beim FC Muri als hartnäckige Spieler, die keinen Ball verloren gaben, einen Namen gemacht. Mit ähnlichen Tugenden sind nun ihre Töchter Julia und Michelle drauf und dran, sich im Frauenfussball Schritt für Schritt nach oben zu arbeiten. Eine erste Belohnung für ihre Beharrlichkeit bekommen die Verteidigerinnen nächste Woche mit der Teilnahme an der Frauen U-19-Europameisterschaft in der Slowakei.

Mit dem Ziel, als Gruppenzweite in den Halbfinal vorzustossen, reist das Team in den Osten. Gegnerinnen sind Österreich, Deutschland und Spanien. «Das Startspiel gegen Österreich ist wegweisend. Wenn wir da gewinnen, ist eine Halbfinalqualifikation realistisch», meint Julia auf die Zielsetzung angesprochen.

Zusammen schon 40 Länderspiele

Während Julia auf 24 Länderspiele kommt, trug Michelle bereits 16 Mal das Nati-Dress. Seit dem U-16-Alter spielen sie regelmässig in nationalen Auswahlen.

Erstmals spielt nächste Woche ein Schweizer Junioren-Frauenteam an einer Endrunde.

«Ein Endturnier war mit den Junioren-Nationalmannschaften immer das Ziel. Jetzt haben wir es doch noch geschafft», so Julia Stierli, die erfahrenere der beiden gleichaltrigen Cousinen.

Erfahrener, weil Julia bereits mit ihrem aktuellen Verein, dem FC Zürich, internationale Luft geschnuppert hat.

Die 19-Jährige kann schon auf einige Champions League-Einsätze zurückblicken. Zuvor spielte sie in Aarau. Das Fussball-ABC hat sie aber beim FC Muri erlernt, wie auch ihre Cousine und Nachbarin Michelle.

Bei den Freiämtern profitierten beide von einer optimalen Förderung: Dazu Michelle, die zurzeit beim FC Aarau in der NLB spielt: «Wir hatten in Muri eine gute Förderung. Wir bekamen die Chance mit den Knaben zu spielen und wurden auch an die Auswahlen gemeldet.»

Es sei ein Unterschied, ob man im Juniorenalter mit den Knaben spielt oder in einer Mädchenmannschaft, ergänzte Julia.

Die Bekanntschaft mit der Tatsache, dass es im Sport nicht nur aufwärtsgeht, mussten sie wie viele andere Sportlerinnen auch machen.

Bei Julia fiel infolge einer Beckenoperation die ganze Vorrunde ins Wasser. Im Frühling konnte sie aber wieder beschwerdefrei Fussballspielen.

Bei Michelle schlug die Verletzungshexe vor einigen Wochen zu. Ein Muskelfaserriss machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

Dadurch verpasste sie mit dem FC Aarau die Aufstiegsspiele. Läuft alles nach Plan, kann sie bei der EM wieder aus dem Vollen schöpfen.

Schülerinnen der Sportkanti Aarau

Beide besuchen die Sportkanti in Aarau. Dies erlaubt es ihnen, bis zu sechsmal in der Woche zu trainieren. Eine Voraussetzung, um es vielleicht einmal in A-Nati zu schaffen.

Darüber machen sie sich aber noch keine allzu grossen Gedanken. «Der Fokus liegt aktuell bei der U-19-Nati. Danach konzentriere ich mich wieder auf den FCZ», so Julia.

Natürlich möchte sie einmal in der A-Nati spielen. Auch als Profi im Ausland zu spielen, wäre einmal eine Option, wenn sie die Möglichkeit dazu bekäme, ergänzte sie.

Michelle fühlt sich zurzeit beim FC Aarau gut aufgehoben und geniesst dort die professionelle Ausbildung. «Nach der EM möchte ich mit dem FC Aarau unbedingt aufsteigen. Wenn das nicht gelingt, ziehe ich früher oder später einen Vereinswechsel zu einem NLA-Verein in Betracht.» Längerfristig sei die A-Nati ein Ziel.

Im Vordergrund stehe die Freude am Sport. Die fussballlose Zeit habe ihnen aufgezeigt, wie wichtig der Fussball für sie sei, war von beiden zu hören.

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