Die Highlights 2013? Alfred Schmid zögert keine Sekunde. «Ein Highlight ist der Aufstieg», sagt der Präsident des FC Aarau. «Und erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Mannschaft dank starken Leistungen bereits in der Vorrunde dieser Saison die Weichen in Richtung Ligaerhalt stellen konnte.» Tatsächlich war es nicht nur in sportlicher sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine gute Zeit.

Knapp fünf Wochen vor der Generalversammlung der Aktiengesellschaft am Montag, 26. Mai, steht nämlich fest: Der Verwaltungsrat weist im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember eine positive Rechnung aus. Statt wie üblich eines Jahresverlusts in sechsstelliger Höhe zeichnet sich für 2013 ein Gewinn von rund 200 000 Franken ab, wie aus dem der «Nordwestschweiz» exklusiv vorliegenden Geschäftsbericht hervorgeht.

Vom Fast-Kokurs erholt

Die positive Entwicklung überrascht insofern, als dass die FCA-AG vor sieben Jahren kurz vor dem Konkurs stand. Der Kollaps konnte damals nur dank einer Finanzspritze in Millionenhöhe verhindert werden.

Seit Frühling 2007 steht Schmid an der Spitze des Verwaltungsrats und sorgt zusammen mit Vizepräsident Roger Geissberger, Geschäftsführer Robert Kamer, Sportchef Urs Bachmann, Finanzchef Ruedi Vogt, dem Stadionverantwortlichen René Herzog und Marketing-Mitarbeiter Karl Oldani dafür, dass der Finanzhaushalt in geordneten Bahnen verläuft.

Geld fliesst in die Reserven

Der Hauptgrund für den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der erfreuliche Verlauf der Meisterschaft 2012/13. In den 18 Heimspielen der Aufstiegssaison kamen durchschnittlich 3108 Zuschauer. Das ist ein guter Wert. Grossen Publikumszuspruch gab es auch in den beiden Cuppartien gegen St. Gallen (2:0 nach Verlängerung) und gegen GC (1:4).

Das Budget für die erste Mannschaft in der Challenge League ist mit rund 3 Millionen Franken zudem um knapp 2 Millionen tiefer das als in der höchsten Spielklasse. Zu guter Letzt ging 2013 der Transfer von Silvan Widmer zu Udinese über die Bühne. Der talentierte Rechtsverteidiger unterschrieb beim italienischen Serie-A-Verein einen Fünfjahresvertrag. Statt einer einmaligen Ablösesumme kassiert der FC Aarau in dieser Zeit jeweils Jahr für Jahr einen Betrag in sechsstelliger Höhe.

Gewinn geht in die Reserve

Der Gewinn von 200 000 Franken wird ausnahmslos für die Stützung des Eigenkapitals gebraucht, also quasi als eiserne Reserve angelegt. Das Geschäftsjahr 2014 dürfte im Vergleich mit 2013 um einiges kostenintensiver werden. Die Super League ist für den FC Aarau sportlich zwar ein grosser Anreiz, reisst aber ein weitaus grösseres Loch in die Kasse als die Challenge League. Erfolg kostet Geld.