Für den gelungenen Auftakt sorgte Leichtgewichtler Michael Iten mit seiner Bronzemedaille in der Gewichtsklasse -60 kg. Nach einem Freilos bezwingt Iten den Bulgaren Yanakov und zieht damit in den Viertelfinal ein, welches er knapp mit zwei Strafpunkten gegen Castillo aus Mexiko verliert.

Der Bronzekampf von Michael Iten

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Der Bronzekampf

In der Hoffnungsrunde bezwingt Iten sowie seinen russischen Gegner Kulikov, als auch den Weissrussen Tutkhalian vorzeitig mit Höchstwertung Ippon und sichert sich damit sensationell sein drittes Edelmetall auf Weltcup-Stufe.

Tags darauf kamen die höheren Gewichte zum Zug. Patrik Moser (-100 kg) brachte sich mit einer präzis ausgeführten Armhebeltechnik gegen Jurisic aus Serbien in den Viertelfinal. Für den Einzug in den Halbfinal fehlte Moser nicht viel, doch der Ukrainer Savytskiy nutzte die wenigen Fehler des Bruggers für sein Weiterkommen.

In der Hoffnungsrunde gegen den Kraftbrocken Dichev fand Moser nicht schnell genug eine Lösung gegen den dominanten Griff des Bulgaren und verlor mit vier Bestrafungen. Der 7. Schlussrang und die gesamthaft gute Kampfleistung ist für Moser nach fünf monatiger Verletzungspause sicher ein positives Zeichen.

Wenzinger mit Pech

Domenic Wenzinger (-90 kg) erreichte mit seinem Sieg über Zhukau aus Weissrussland ebenfalls souverän die Viertelfinals. Dieses verlor er allerdings klar gegen den Israeli Sasson, welcher an diesem Tag nicht zu bremsen war und das Turnier gewann. In der Hoffnungsrunde stand Wenzinger dem in Sofia an Nr. 1 gesetzten Neuseeländer Dill-Russell gegenüber.

Doch der Brugger beförderte seinen Gegner prachtvoll aufs Kreuz und zog damit ins kleine Finale um Bronze ein. Die Medaille durfte sich schlussendlich aber Guchapshev umhängen. Der Russe hatte allerdings ein Riesenglück. Denn Wenzinger, der zu Beginn des Kampfes zunächst arg in Bedrängnis gelangte und mit einigen Wertungen im Rückstand geriet, setzt ab Kampfmitte zu einer spektakulären Aufholungsjagd an.

Er machte mächtig Druck und bretterte den Russen kurz vor Schluss flach auf den Rücken. Der Wurf hätte mit gutem Gewissen mit der Höchstwertung belohnt werden dürfen - so hätte Wenzinger nämlich verdient Bronze bejubeln können - doch leider sahen die Kampfrichter es anders und so trennte am Ende nur ein kleiner Punkteunterschied den Brugger vom Podest. Wenzinger belegte damit den guten 5. Rang.

Grossklaus enttäuscht

Mit Ciril Grossklaus hatte Brugg in der Kategorie -90 kg eigentlich zwei Kandidaten mit Medaillen-Potenzial in Bulgarien im Rennen, doch Grossklaus blieb als einziger deutlich unter den Erwartungen und schied mit einer Niederlage im Auftaktkampf aus.

Weitere erfolgreiche Schweizer

Das Highlight aus Gesamtschweizer Sicht war die Silbermedaille von Flavio Orlik -100 kg. Der Bündner marschierte mit drei Siegen eindrücklich ins Finale durch und belegte hinter Cherkasov aus der Ukraine den hervorragenden 2. Rang. Im Weiteren trugen auch die Frauen zu der guten Schweizer Bilanz bei. Evelyne Tschopp -57 Kg schnappte sich die Bronzemedaille und verwies ihre Teamkollegin Fabienne Kocher auf den ebenfalls beachtlichen 5. Rang.