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Die braven Mädchen beweisen Biss

Technisch versiert: Badens offensive Mittelfeldspielerin Münever Akyol zeigte gegen NLA-Leader Yverdon ihr Können. Foto: Alexander Wagner

Technisch versiert: Badens offensive Mittelfeldspielerin Münever Akyol zeigte gegen NLA-Leader Yverdon ihr Können. Foto: Alexander Wagner

Badens NLB-Frauen verlieren im Cup-Viertelfinal gegen Titelverteidiger Yverdon mit 0:1.

«Das war ein hartes Stück Arbeit», keuchte die erleichterte Maeva Sarrasin, als sie sich auf der Treppe vor der Garderobe ihres Schuhwerks entledigte. Während die Schützin des entscheidenden Tores den Dreck von den Stollen schlug, versammelte Badens Trainer Walter Malzach seine Spielerinnen um sich. «Ich habe ihnen gesagt, dass sie stolz auf sich sein können», sagte er hinterher. Seine Mädchen hatten dem Cup-Titelverteidiger und souveränen Leader der NLA alles abverlangt. Doch die Sensation blieb aus. Mit einem knappen 1:0-Auswärtssieg zog Yverdon in die Halbfinals ein.

Alles andere wäre «eine Riesensensation» gewesen, wie Baden-Captain Jenny Theiler vor dem Spiel sagte. Yverdon hat in dieser Saison erst ein Pflichtspiel verloren. Baden kämpft in der NLB gegen den Abstieg, hatte im Cup mit Zuchwil aber bereits einen A-Ligisten aus dem Wettbewerb ge-worfen. Bereits das war eine Sensation, wenn auch keine Riesensensation.

«Ich habe von Yverdon eigentlich mehr erwartet», sagte Badens Torhüterin Alma Becirovic nach dem Spiel. «Wir wollten einfach nicht mit 0:5 oder 0:6 untergehen.» Von einer solchen Klatsche waren Badens Frauen weit entfernt. Die Unterschiede waren in erster Linie körperlicher Natur. Auf der einen Seite die gross gewachsenen, athletischen und pfeilschnellen Westschweizerinnen, auf der anderen Seite die technisch versierten, im Vergleich zierlichen Aargauerinnen, die aber mit viel Kampfgeist dagegenhielten. «Wir sind bekannt dafür, dass wir immer viel zu brav spielen», sagte Malzach. Dass seine Spielerinnen gegen Yverdon vier gelbe Karten holten und viel Biss bewiesen, freute ihn.

Und wer weiss, was an diesem Samstagabend möglich gewesen wäre, wenn Baden in der 12. Minute seine beste Chance genutzt hätte. Sabrina Rivetti legte den Ball Sophie Löw mustergültig in den Lauf, doch die emsige Flügelspielerin scheiterte an der Torhüterin. Auf der Gegenseite drohte immer wieder Gefahr bei Standards. Das entscheidende Tor fiel allerdings nach einem Badener Fehlzuspiel im Mittelfeld. Yverdon schaltete blitzschnell um und lancierte Stürmerin Sarrasin, die in der 34. Minute das entscheidende Tor erzielte. Baden stemmte sich bis zuletzt mit viel Einsatz gegen das Ausscheiden und liess zum Erstaunen Malzachs auch konditionell nicht nach. Doch hochkarätige Chancen wie jene in der 12. Minute blieben aus.

«Das Spiel hat Kraft gekostet», sagte Malzach. Bereits am Mittwoch wartet in der NLB das Team aus Malters. Dann gilt die Konzentration wieder dem Abstiegskampf. «Ich glaube nicht, dass die Cupniederlage Probleme bereitet», so Malzach, «die Mädchen wissen, dass sie toll gespielt haben.»

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