Was die Aarauer Basketballerinnen in ihrer zweiten Saison in der NLB-Gruppe Ost gezeigt haben, war eine Demonstration. In 18 Spielen holten sie sich ebenso viele Siege, erzielten die meisten Punkte und kassierten am wenigsten Körbe. Nicht selten deklassierten sie die Konkurrenz richtiggehend, einmal gar mit einer Differenz von 100 Punkten (119:19 gegen Solothurn). Kurz gesagt: Das Team von Milenko Tomic blieb in der Nationalliga B Gruppe Ost ohne jegliche Konkurrenz. Doch was macht die Aarauerinnen so stark?

Die individuelle Klasse der einzelnen Spielerinnen ist für ein NLB-Team sicher überdurchschnittlich. Da wäre beispielsweise die ehemalige Profispielerin und mehrfache Schweizer Meisterin Karen Twehues, die in der laufenden Meisterschaft pro Spiel im Schnitt 23,5 Punkte warf. Aber auch Marjana Milenkovic, die zweite Spielerin der Alten Kanti Aarau mit einer Vergangenheit beim NLA-Krösus Hélios Basket, bringt viele Qualitäten mit.

Doch das allein genügt nicht. Im Verlauf der Saison haben es die Spielerinnen von Milenko Tomic immer besser verstanden, aus der unbestritten vorhandenen individuellen Klasse ein harmonisches Team zu formen. «Am Anfang der Meisterschaft lief sehr viel über Karen Twehues. Mittlerweile ist die Verantwortung auf verschiedene Schultern verteilt worden», beschreibt AKA-Pressechef Yannick Ngarambe die Entwicklung des Teams.

Echte Gradmesser folgen

Trotzdem wäre es ein Trugschluss, davon auszugehen, dass die Alte Kanti auch in den Playoffs, die am kommenden Wochenende beginnen, einfach durchmarschiert. Spätestens ab den Viertelfinals dürften die Aarauerinnen auf echte Gradmesser treffen. Dann warten nämlich die Spitzenteams aus der wesentlich stärkeren und ausgeglicheneren Nationalliga B Gruppe West mit den Equipen aus der Romandie. «Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die junge Mannschaft in diesen Partien schlägt, denn bisher hatte sie noch keinen echten Härtetest gehabt», so Ngarambe.

Trotzdem ist das Ziel klar: Die Aarauerinnen wollen mindestens die Final Four erreichen und dort eine Medaille zu gewinnen - am liebsten die goldene. Gelingt das, wird automatisch auch der Aufstieg zum Thema, denn in diesem Jahr erhalten gleich drei NLB-Teams die Möglichkeit, ins Oberhaus aufzusteigen. «Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass wir den Aufstieg sportlich schaffen, werden die Spielerinnen entscheiden, ob sie den Aufstieg wahrnehmen wollen oder nicht. Wir werden das Team sicher nicht zwingen, das würde keinen Sinn machen», sagt Ngarambe.

Der Verein dürfte einen allfälligen Aufstieg wohl finanzieren können, da die Kosten für ein Frauen-NLA-Team nicht viel höher liegen als ein NLB-Team. Entschieden ist jedoch noch nichts, denn zuerst müssen die Aarauerinnen auf dem Parkett beweisen, dass sie auch sportlich bereit sind für die NLA.