Challenge League

Die Aufstellung sorgt für Fragezeichen: Warum die Erfolgsserie des FCA in Vaduz gerissen ist

Die Erfolgsserie vom FC Aarau ist gerissen. Nach 10 Spielen ohne Niederlage gehen die Aarauer wieder einmal als Verlierer vom Platz. Die Serie der Ungeschlagenheit endet mit dem selbst verschuldeten 0:2 in Vaduz.

Nicht einmal ein Drittel der Partie ist absolviert, da wird klar: Nach zehn Spielen ohne Niederlage, von denen der FC Aarau neun gewann und in denen vieles für ihn lief, ist der Tag gekommen.

Der Tag, an dem die Aarauer gegen Widerstände ankämpfen müssen, die sie in den vergangenen Wochen nicht kannten: Strittige Szenen, die zuungunsten des FCA ausfallen. Eigenfehler, die der Gegner bestraft. Und die Ineffizienz im Torabschluss. Wie also reagiert die Mannschaft auf die ungewohnte Situation? So viel vorneweg: nicht gut.

Das Wettkampfglück ist an diesem Sonntag den Vaduzern hold. Und trotzdem hätte Aarau auch dieses Spiel gewinnen können: Drei Grosschancen vergibt alleine Stefan Maierhofer, bei der vierten ist es Petar Misic, der alleine auf Andreas Hirzel zuläuft. Aber der Vaduz-Goalie mit FCA-Vergangenheit hat auf alles eine Antwort.

Doch zurück zur Frage, wie die Aarauer mit den Widrigkeiten in Vaduz umgehen. Die erste Halbzeit ist ungenügend, die zweite besser, aber immer noch weit weg von dem, was nötig wäre gegen eine Mannschaft, die das Messer sprichwörtlich am Hals hat: Vaduz rutschte wegen der Resultate am Samstag zwischenzeitlich ans Tabellenende. Es war absehbar, dass sie mit der Devise «Kampf» den Favoriten herausfordern würden.

Hadern mit dem Schiedsrichter 

Die Aarauer kommen mit der Aggressivität und der Leidenschaft des Gegners nicht klar. Symptomatisch: Nach 41 Minuten wird mit Nicolas Bürgy schon der vierte FCA-Spieler verwarnt. Statt den Kampf anzunehmen und die technische Überlegenheit auszuspielen, verfallen sie in Frust und hadern mit den schrägen Entscheidungen von Schiedsrichter Urs Schnyder.

Ebenfalls symptomatisch: Die beste Aktion eines Aarauers zeigt Goalie Djordje Nikolic. Wie er in der 56. Minute gegen Jodel Dossou pariert, verdient das Prädikat «Weltklasse». Es ist die einzige Torchance der Liechtensteiner neben jener in der 19. Minute, als ebenfalls Dossou eine Serie von Missgeschicken in der FCA-Abwehr zum 1:0 ausnützt.

«Ein 1:1 wäre gerecht gewesen»

Das 2:0 durch Muntwiler gleichzeitig mit dem Schlusspfiff ist nicht mehr relevant, längst ist zu diesem Zeitpunkt klar: Erstmals seit dem 20. Oktober 2018 (1:3 in Genf) geht der FCA als Verlierer vom Platz. Noch weiter zurück liegt das Spiel, in dem er letztmals kein Tor erzielte: Es war am 11. August 2018 in Wil (0:2).

«Diese Niederlage regt mich richtig auf.» Trainer Patrick Rahmen will nach dem Schlusspfiff nichts wissen von der Theorie, dass jede Serie irgendwann endet. «Vaduz war aggressiver und hatte mehr Leidenschaft. Das darf nicht sein. Aber man muss auch sehen, dass wir vier grosse Chancen hatten. Ein 1:1 wäre gerecht gewesen.»

Die Stimmen zum Spiel.

Zu reden gibt vor dem Anpfiff die Startelf des FCA. Vielleicht wird Rahmen mit etwas Distanz die Fragen dazu verstehen. Stefan Maierhofer, Marco Schneuwly, Varol Tasar, Goran Karanovic – vier (!) Stürmer stellte er auf und beliess dafür Winter-Neuzugang Markus Neumayr auf der Bank. Das 4-2-3-1-Erfolgssystem der vergangenen Wochen wich einem 4-4-2, das in der Offensive zum 4-2-4 wurde. Vor allem in der ersten Halbzeit standen sich die Stürmer gegenseitig im Weg, die Stabilität zwischen den Mannschaftsteilen war weg.

«Fragen Sie den Trainer», sagt Neumayr, der nach seiner Einwechslung in der 78. Minute unauffällig blieb. Also: Warum der Verzicht auf Neumayr? Rahmen: «Wir dürfen ihn nicht verheizen, er hatte im vergangenen Halbjahr wenig Spielzeit. Wir brauchen ihn nicht nur jetzt, sondern auch in den nächsten Wochen in guter Verfassung.» Wetten, dass Neumayr am Freitag gegen Servette in die Startelf zurückkehrt?

Lesen Sie die Partie im Liveticker nach:

FC Vaduz - FC Aarau (24.2.19)

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