Eishockey
Die Argovia Stars wollen die Sterne am Playoff-Himmel strahlen lassen

Den Argovia Stars steht nach dem jüngsten Höhenflug eine keine einfache Saison bevor. Der neue Coach, Daniel Meier, pflegt einen etwas anderen Stil als sein Vorgänger Patric With.

Michael Schenk
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So möchten die Aargauer (Bild Patrick Ruprecht) die Konkurrenz auch in dieser Saison stehen lassen. alexander wagner

So möchten die Aargauer (Bild Patrick Ruprecht) die Konkurrenz auch in dieser Saison stehen lassen. alexander wagner

Foto Wagner

Ob die Aargauer 1.-Liga-Eishockeyaner die Sterne in der heute beginnenden Meisterschaft ebenso zum Glänzen bringen wie in der abgelaufenen Spielzeit, scheint zumindest fraglich. Einen ersten Hinweis wird die heutige Partie in Interlaken (17.00 Uhr) liefern. Letzte Saison egalisierten die nach der inzwischen auch formell vollzogenen Fusion mit Wettingen neu unter dem Label «Argovia Stars» auftretenden Rüebliländer mit dem Erreichen des Playoff-Halbfinals ihr Topresultat. «Ich bin zumindest guten Mutes», hàlt Sportchef Peter Hofmann fest. Zuversichtlich, dass man eine valable Falle abgeben wird. Wissend freilich, dass zwischen Spieler und Trainer noch Findungspotnezial besteht.

Selber kochen ist gefragt

Mit dem fast 900-fachen NLA-Spieler in Reihen von Bern, Zug, Freiburg, Servette und den Lakers, Daniel Meier, steht heuer ein neuer Chef an der Aargauer Bande. Dies nach vier Saisons Patric With, den es zurück in die Heimat nach Belp gezogen hat. «Die beiden sind völlig verschiedene Typen», räumt Hofmann ein. Ein merklicher Unterschied bestehe darin, dass With jedem Spieler seine Rolle haargenau zugeteilt habe. Meier dagegen, der bis 2010 noch beim SCB spielte, setze vermehrt auf die Eigeninitiative und den schöpferischen Fundus seiner Player. Oder anders gesagt: With hat seinen Jungs ein pfannenfertiges Menü serviert, bei Meier muss die Mannschaft selber mitkochen – oder sich mindestens überlegen, welche Sauce man womit und wie intensiv würzen kann.

Der FC Basel macht es vor

Dass eine solche Umstellung nicht von heute auf morgen picobello klappt, ist sich Sportchef Hofmann bewusst. Das habe auch die durchzogene Vorbereitung aufgezeigt. Da wechselte sich Gutes mit Verbesserungswürdigem ab. «Unser Ziel bleibt aber auf jeden Fall das Erreichen der Playoffs», so Hofmann. Und dies möglichst schon vor Weihnachten – «das gäbe ein etwas friedlicheres und ruhigeres Fest.» Ist dieses Ziel erst einmal erreicht, sei dann vieles vorstellbar. Nominell vermochten die Aargauer die Abgänge – vorab von den beiden Nationalliga-erfahrenen Andrea Wegmüller und Jan Falett – indes nicht adäquat zu ersetzen. «Das ist wohl so», gibt Hofmann zu. Aber: «Wir sind darauf angewiesen, mit jungen Spielern zu arbeiten. Wir haben keine Mittel, um uns teure Leute von irgendwo her zu leisten.» Allein, das jüngste Beispiel FC Basel gegen Chelsea lehrt jedoch, dass sehr viel Kohle nicht immer, in jedem Moment und auf jeden Fall auch für sehr viel Erfolg bürgt.

Ausserordentliches Potenzial

Mit rund 400 Nachwuchsspielern haben die Argovia Stars eine der grössten Nachwuchsabteilungen des Landes. Entsprechend hoch ist das Interesse der Scouts aus nah und fern. «Es sind immer Talentspäher in der Gegend, die nach begabten, jungen Spielern Ausschau halten», hält Hofmann fest. Und – auch fündig werden. Jeder Aargauer, der es so in eine Junioren-Nationalmannschaft oder zu einem Nationalliga-Klub schaffe, sei ein Erfolg für die Stars.

Angesichts der beschränkten Mittel und der «beschaulichen» Infrastruktur bleibt die 1. Liga vorderhand das höchste der Gefühle für die Aargauer. Doch wer weiss, vielleicht kann man ab der Saison 2014/15, wenn die neue Halle im Brügglifeld dereinst fertiggestellt sein sollte, ab und zu sogar einen Gedanken an eine nationale Liga verlieren. Sofern die Stars nämlich himmlisch auftreten, bleibt auch die Resonanz seitens der Fans nicht aus. Zu den Playoffs kamen letzte Saison immerhin durchschnittlich fast 500 Nasen. Darum geht es für die Argovia Stars in erster Linie darum, dass sie von der Konkurrenz nicht vom Himmel gepflückt werden.

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