Eishockey
Die Argovia Stars sichern sich den Pflichtsieg mit viel Moral

Die Aargauer gewinnen gegen das Schlusslicht Belp mit 3:2. Für die Stars ist es in der Quali-Masterround nun bereits der dritte Sieg in Serie. Nach seinem späten Siegtor gegen Adelboden ist erneut Christoph Frei der Matchwinner.

Calvin Stettler
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Die Argovia Stars besiegen Schlusslicht Belp mit 3:2
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Die Argovia Stars besiegen Schlusslicht Belp mit 3:2 Argovias Thomas Bracher (r.) im Kampf um den Puck mit Belps Yanick Waefler.
Die Argovia Stars besiegen Schlusslicht Belp mit 3:2 Stars-Stürmer Patrick Bula (M.) setzt sich gleich gegen drei Spieler von Belp durch.
Die Argovia Stars besiegen Schlusslicht Belp mit 3:2 Argovias Lukas Leuenberger (l.) und Christoph Frei (r.) setzen sich vor dem Tor von Belp in Szene.
Die Argovia Stars besiegen Schlusslicht Belp mit 3:2 Argovias Kevin Kissling (l.) und Marc Gisin (r.) kämpfen gegen Belps Marcel Nydegger um den Puck.

Die Argovia Stars besiegen Schlusslicht Belp mit 3:2

Marcel Bieri

Wir schreiben die 34. Spielminute in der Partie der Argovia Stars gegen den EHC Belp: Die Aargauer schnürten den Gegner zu diesem Zeitpunkt in ihrer Zone ein. Die läuferisch überforderten Berner wissen sich nur noch mit einem Befreiungsschlag zu helfen.

Belp-Spieler Alain Schüpbach lenkt jenen Befreiungsschlag in der neutralen Zone ab, um somit ein Icing zu vermeiden. Die Scheibe kullert in Richtung Stars-Goalie Misko Heimann und tatsächlich auch ins Tor. Die Miene von Stars-Coach Daniel Meier verdüsterte sich rapide. Der Fauxpas ermöglichte dem Schlusslicht den viel umjubelten Ausgleich. Gleichzeitig ist er Anlass für den stimmungsmässigen Tiefpunkt in der Keba.

Wieder früh in Führung

Dabei stellte das Heimteam die Weichen einmal mehr früh auf Sieg. In der 13. Minute landete die Scheibe vor Thomas Bracher. Der bedrängte Stürmer zeigte seine fussballerischen Fertigkeiten und bediente Tobias Steiner per Kickbewegung mustergültig. Die Stars-Maschinerie lief nun und sechs Minuten später fiel sogar das 2:0. Argovia-Topskorer Boris Neher lancierte Yann Unterluggauer mit einem herrlichen Pass quer durch den Slot der Berner.

Die Zweitore-Führung hatte allerdings zur Folge, dass die Stars ein zuweilen etwas übermotiviert in die Zweikämpfe gingen. Die logische Schlussfolgerung: Eine Strafe kurz vor der ersten Pausensirene. Das Schlusslicht aus Belp verkürzte auf 1:2. Stars-Torhüter Heimann hatte beim satten Schuss keine Chance, weil ihm die Sicht zugestellt war.

Die starke Reaktion der Aargauer

Die Antwort der Stars im Mittelabschnitt war schwungvoll. Der Aussetzer des eigenen Torhüters und der daraus resultierende Ausgleich widersprachen zweifelsohne dem Gezeigten. «Anfangs Saison hätte uns das noch eher zurückgeworfen, aber die Reaktion war stark», sagte Trainer Meier nach Spielschluss.

Der ehemalige NLA-Spieler hatte sein Lächeln wiedergefunden. Grund dafür dürfte die 38. Minute des Spiel gegen Belb gewesen sein: Abwehrchef Thomas Wälti tanzte einen Gegenspieler aus und Christoph Frei erzielte sein achtes Saisontor.

Nach seinem Siegtreffer gegen Adelboden avancierte der Stürmer bereits zum zweiten Mal in dieser Woche zum Matchwinner. «Es ist immer schön ein Tor zu erzielen», resümierte Frei das Spiel. Trotzdem stellt er sich nicht in den Vordergrund.

Einzige Kritik: Fehlende Effizienz

Aus Sicht der Stars gab es an diesem Samstagabend nur einen Kritikpunkt: Die fehlende Effizienz. Trotz eines Schussverhältnisses von 65:20 musste der Sieg einmal mehr erzittert werden. Die drei Punkte sind für die Aargauer im Kampf um die verbleibenden drei Playoff-Plätze wichtig, haben die Stars doch so wieder zu Leader Thun aufgeschlossen.

Trainer Meier lässt die aktuelle Tabelle aber kalt: «Unser Ziel sind die Playoffs. Ob wir Sechster, Siebter oder Achter sind, ist mir persönlich nicht so wichtig.» In den Playoffs müsse man sowieso jeden Gegner besiegen.