NLA-Handball

Die Analyse zur Winterpause: Der HSC Suhr Aarau und der TV Endingen haben der Verletzungsmisere getrotzt

HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten ist nur einer von vielen Leistungsträgern, die in dieser Saison schon mehrere Partien verletzungshalber verpasst haben.

HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten ist nur einer von vielen Leistungsträgern, die in dieser Saison schon mehrere Partien verletzungshalber verpasst haben.

Sowohl dem HSC Suhr Aarau als auch dem TV Endingen fehlten in der laufenden Saison immer wieder gleich mehrere Leistungsträger verletzungshalber. Trotzdem präsentiert sich der Blick auf die Situation der beiden Aargauer NLA-Klubs zur Winterpause erfreulich.

Gerissene und angerissene Innen-, Aussen- und Kreuzbänder, kaputte Menisken, Adduktorenprobleme, Brüche, Schulterverletzungen und Gehirnerschütterungen. Die nicht abschliessende Liste zeigt das Ausmass der Verletzungsmisere beim HSC Suhr Aarau und dem TV Endingen auf.

Kaum einmal konnten die beiden Aargauer NLA-Klubs in Bestbesetzung antreten. Deshalb ist umso erfreulicher, wie sich der Leistungsausweis des HSC und des TVE zum Auftakt der einmonatigen Winterpause präsentiert.

Der HSC stellt die beste Abwehr der Liga

Für perfekte Weihnachten hätten sich Spieler und Staff des HSC Suhr Aarau einen Sieg im letzten Spiel des Jahres vom frühen Samstagabend gewünscht. Dafür aber hatte der HC Kriens-Luzern kein Gehör. Trotz guter Leistung des arg dezimierten HSC – gleich fünf Leistungsträger fehlten verletzungsbedingt – resultierte mit einem 22:27 die erste Heimniederlage der Saison. Das sorgte zwar im ersten Moment für Enttäuschung, wird das Weihnachtsfest für Spieler und Staff des Klubs kaum nachhaltig beeinträchtigen.

Mit drei Siegen, darunter gegen Titelverteidiger Kadetten und Pfadi, startete der HSC ideal in die Saison. Neun Siege, ein Unentschieden und sieben Niederlagen lassen die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann auf dem sechsten Tabellenrang überwintern.

Das viertplatzierte St. Otmar St. Gallen liegt mit zwei Punkten Vorsprung in Schlagdistanz. Mit 395 Gegentoren, das sind im Schnitt 23,2 pro Partie, stellt Suhr Aarau ausserdem die beste Abwehr der Liga. Das hat nicht nur, aber auch mit dem Trio zwischen den Pfosten zu tun: Routinier Dragan Marjanac, Dario Ferrante sowie Nachwuchstalent und Neo-Nati-Torhüter Leo Grazioli machen bisher einen sehr guten Job.

Cupfinal dürfte gleichbedeutend mit Europacup 2020/21 sein

Im Cup beschenkte sich der HSC gleich selber: Nachdem Tim Aufdenblatten und Co. im Viertelfinal Pfadi Winterthur eliminiert haben, zogen sie am vergangenen Donnerstag mit einem souveränen 24:19-Halbfinalsieg auswärts gegen GC Amicitia erstmals seit 2007 wieder in den Cupfinal ein.

Der Traum vom ersten Titel unter Trainer Kaufmann lebt. Läuft ausserdem in der Meisterschaft alles nach Papierform, sprich verteidigen die Kadetten Schaffhausen ihren Meistertitel, spielt der HSC in der kommenden Saison auch bei einer Finalniederlage im Europacup.

Der Blick auf den Rest der NLA-Hauptrunde, die darauffolgenden Playoffs und den Cupfinal macht auch deshalb Freude, weil es beim HSC nach zahlreichen Baustellen im Kader zuletzt ruhiger geworden ist.
Nach der Anzeige gegen den tschechischen Topskorer Milan Skvaril und dessen Rückkehr in die Heimat ist mit der Verpflichtung der beiden Bundesliga-Söldner João Ferraz und Diogo Oliveira zuletzt Ruhe im Team eingekehrt.

Die beiden Portugiesen sind mittlerweile ebenso ins Team integriert, wie Jan Peter, der für Julius Voelkin ins NLA-Kader aufrückte. Sowohl Peter als auch die zahlreichen jungen Spieler wie Manuel Zehnder oder auch Daniel Parkhomenko haben bewiesen, dass sie Verantwortung übernehmen können, wenn das gefragt ist.

Aufsteiger TVE überwintert nicht als Schlusslicht

Kleinere Brötchen als beim HSC bäckt man naturgemäss beim TV Endingen. Im Vergleich mit der Nummer 1 im Kanton operiert der Aufsteiger mit einem nur rund halb so grossen Budget von 500000 Franken.

Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk erhielten die Surbtaler vom wohl grössten Konkurrenten im Abstiegskampf bereits am Samstag. Weil der RTV Basel nämlich bei Wacker Thun unterlag, stand bereits vor der 25:39-Klatsche bei St. Otmar St. Gallen am Sonntag fest, dass die Endinger nicht als NLA-Schlusslicht überwintern werden.

Allerdings dürfte der Kampf um den angestrebten Ligaerhalt brutal werden. Der RTV hat sich in der vergangenen Woche namhaft verstärkt und wird damit – sollte es denn zur in der Szene erwarteten Playoutserie gegen die Basler kommen – zu einem noch härteren Gegner. Ob sich der TVE dafür verstärken wird, steht derzeit noch nicht fest.

Aus kantonaler Optik erfreulich ist in diesem Zusammenhang immerhin, dass mit dem STV Baden zur Winterpause in der NLB ein weiterer Aargauer Klub in der Pole-Position für den Aufstieg in die NLA steht.

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