Der Druck ist höher als je zuvor. So nah standen die FC Aarau Frauen dem Abstieg in die NLB noch nie in dieser Saison. Der Abstand auf Direktkonkurrenten Yverdon beträgt sieben Punkte. Insgesamt zu holen gibt es noch neun. Um den Ligaerhalt jetzt also noch zu schaffen, müsste so etwas wie ein Wunder her.

Bereits am vergangenen Mittwoch wäre ein Sieg wichtig gewesen. Doch zu Hause im Schachen verloren die FCA-Frauen gegen die Grasshoppers mit 2:4. Und es waren auch dort die individuellen Fehler, die das Spiel zugunsten der Gäste entschieden hatten. Und genau vor dem muss man sich morgen in Acht nehmen.

Denn es waren zuletzt auch gegen Lugano die individuellen Fehler, die den Aarauerinnen einen Strich durch die Rechnung zogen. Damals verlor man aber gleich mit 0:7, war Chancenlos und spielte unmotiviert. Genau das war am Mittwoch nicht der Fall. Die Aarauerinnen spielten mit, dominierten die Partie, hatten aber das Glück nicht auf ihrer Seite. Passend zum bisherigen Saisonverlauf.

Viel Zeit bleibt nicht

„Wir sind erst abgestiegen, wenn es rein rechnerisch nicht mehr möglich ist, Yverdon zu überholen. Bis dahin glauben wir alle noch an den Ligaerhalt. Die Mannschaft ist motiviert“, hiess es vor dem Spiel gegen Basel von FCA-Frauen-Trainer Andreas Zürcher. Eine sehr positive Einstellung, wenn man die Lage anschaut.

Natürlich sind sich die FC Aarau Frauen der Lage nicht unbewusst. „Jetzt haben wir die Klinge richtig am Hals“, sagte Ersatztorhüterin Laura Vogt nach der Niederlage gegen Basel. Nun spitzt sich die Lager aber immer mehr zu. Ohne Sieg gegen Lugano steigen die FC Aarau Frauen ab.

Immer wieder aufgestanden

Nebst den ganzen negativen Emotionen gibt es aber auch Vorteile, die man erkennen kann. Das Team ist noch jung, hat zum ersten Mal in der NLA gespielt. Die Spielerinnen hatten noch wenig Erfahrung, konnten sich in der obersten Spielklasse nicht so richtig durchsetzen. Genau aus diesen Erfahrungen kann man lernen. Es ist keine Schande, wieder abzusteigen.

Videointerview mit Alessandra Abbühl nach FC Aarau Frauen - GC

So äussert sich Alessandra Abbühl nach der 2:4-Niederlage gegen GC.

  

Auch Assistenztrainer Tihomir Radoja sieht einige positive Aspekte der Mannschaft: „Was an unserer Mannschaft schön ist? Wir geben nie auf. Egal wie hoch wir verloren haben, die Spielerinnen sind immer wieder aufgestanden, haben nach vorne geblickt und weiter gekämpft, obwohl wir abgeschlagener Letzter sind.“

Wenn die Aaraurinnen morgen also verlieren oder Yverdon gegen Zürich gewinnt, so ist der Abstieg sicher. In Aussicht auf den Abstieg äussert sich Radoja trotzdem positiv: „Manchmal ist es einfach so im Leben. Wenn du einen Schritt rückwärts machst, machst du darauf zwei Schritte vorwärts. Und ich bin mir sicher, dass wir das so machen werden.“