NLA-Handball

Die Abwehrschlacht erfolgreich ausgefochten: Der HSC Suhr Aarau bezwingt Pfadi Winterthur mit 21:20

Der Sieg vom letzten Mittwoch im Cup ist bestätigt. Mit einer starken Leistung in der Defensive gewinnt der HSC Suhr Aarau gegen Pfadi Winterthur mit 21:20 (9:9). Beinahe hätte es aber nicht zum Sieg gereicht. Bester Spieler aufseiten des Heimteams ist Diogo Oliveira mit zehn Treffern. Dieser bleibt bescheiden.

Eine gute Offensive gewinnt Spiele, eine gute Defensive gewinnt Meisterschaften. Diese alte Sportlerweisheit gilt beim Spiel zwischen dem HSC Suhr Aarau und Pfadi Winterthur am Mittwochabend nicht. Es ist eine Abwehrschlacht – und das von der ersten bis zur letzten der 60 Spielminuten. Zur Pause steht es 9:9, am Ende gewinnt das Heimteam verdientermassen mit 21:20.

Es ist die Bestätigung für den Sieg im Cup-Viertelfinale vor einer Woche und die Wahrung der Ungeschlagenheit in der heimischen Schachenhalle. Die Freude aufseiten des Heimteams ist riesig. Zehnfach-Torschütze Diogo Oliveira sagt nach dem Spiel: «Diesen Sieg haben wir uns heute zusammen erarbeitet und wir sind sehr froh, dass es geklappt hat.»

Die Partie ist vor allem in der Schlussphase an Dramatik kaum zu überbieten. Das Heimteam biegt mit einer Führung auf die Zielgerade ein, schenkt diese aber wegen mehrerer technischer Fehler noch her, plötzlich kann Pfadi die gefürchteten Gegenstösse doch noch laufen.

Am Ende wendet sich das Blatt abermals. Diogo Oliveira nimmt eine knappe Minute vor dem Ende Mass – und trifft. «Ich habe gar nichts überlegt. Ich habe lediglich dort hingeschossen, wo ich eine Lücke gesehen habe.»

Nach schwachem Start aufgedreht

Dass etwas Glück dabei war, gibt Oliveira offen zu. Der Neuzugang aus der deutschen Bundesliga hat eingeschlagen wie eine Bombe. Was macht ihn so stark? «Ich bin nicht so stark. Aber mit den Jungs zusammen können wir hier etwas erreichen.» Erreicht hat der HSC einen weiteren Sieg gegen Pfadi, damit schraubt er seinen Punktestand auf 13 Zähler - und Oliveira bleibt bescheiden.

Dabei sieht es nach nicht einmal zehn Minuten aus, als würde der HSC nach den Ausfällen von Tim Aufdenblatten und Joao Ferraz regelrecht vom Gegner überrollt werden. Er liegt mit 1:5 im Hintertreffen, als Trainer Misha Kaufmann ein erstes Timeout einberuft. Dieses zeigt sofort Wirkung: Knappe vier Minuten später ist der HSC dank eines Slaninka-Tors zum 4:5 wieder im Spiel – und er bleibt es. Die Ideen und die Disziplin im Angriffsspiel kommen zurück.

Bis zur Pause kann sich keine der beiden Mannschaften absetzen, die erwartete Abwehrschlacht nimmt seinen Lauf. Bei 9:9 werden die Seiten gewechselt.

Jeder will Teil des Prunkstücks Abwehr sein

«Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass wir heute besser seien und dass Pfadi über 60 Minuten Mühe haben wird, in den Angriffen Lösungen zu finden», sagt ein zufriedener Misha Kaufmann nach der Partie. Die Abwehr ist wahrlich das Prunkstück des HSC. «Die Spieler wissen genau, wo bei mir der Fokus liegt. Jeder, der bei uns spielt, will ein Teil dieser starken Abwehr sein und wenn man etwas gut kann, macht es automatisch auch Spass.»

Spass haben am Verteidigen. Das will der HSC auch am Samstag hinbekommen. Dann reist er nach Bern zum BSV. Patrick Strebel, der gegen Pfadi aufgrund des Ausfalls von Joao Ferraz viel Spielzeit erhielt, erwartet einen offensiv ähnlichen Gegner: «An der Abwehr müssen wir nicht viel ändern, denn wenn wir so decken wie gegen Pfadi Winterthur, dann haben alle Mannschaften Mühe gegen uns.» Mit einem weiteren Sieg würde der HSC zwar nicht die Meisterschaft, aber ein weiteres Spiel mit einer mutmasslich starken Abwehr gewinnen. Damit würde er die Berner vorerst distanzieren und könnte langsam aber sicher Rang vier ins Visier nehmen.

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